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Kommentar:Eine große Chance

Wenn sich die Feuerwehrleute aus Althegnenberg und Hörbach die Hände reichen, tut das dem gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde gut

von Manfred Amann

Geht man davon aus, dass es den vielen Wahlberechtigten, die sich nicht an der Bürgerbefragung beteiligten, egal ist, ob ein oder zwei Feuerwehrhäuser sinnvoll sind, ist das Ergebnis als glasklarer Auftrag an die Ortspolitiker zu werten. Überwiegend mit Blick auf die Finanzen, legt die Mehrheit der Althegnenberger offensichtlich keinen allzu großen Wert auf traditionell gewachsene Strukturen.

Feuerwehren sind aber nicht nur eine Gruppe freiwilliger Helfer in Notlagen, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag für das gesellschaftliche Leben im Dorf. Aufgrund der mittlerweile tiefen Gräben besteht nun jedoch die Gefahr, dass insbesondere in Hörbach weniger Ehrenamtliche ihre Freizeit für die Gemeinschaft opfern wollen. Dem möglichen Schwund an Freiwilligen entgegen zu wirken, ist daher die wichtigste Aufgabe, der sich die Ortspolitiker umgehend stellen müssen.

Wenn Bürgermeister Rainer Spicker immer wieder betont, dass man in einer Demokratie auch Mehrheitsentscheidungen akzeptieren müsse, die einem nicht gefallen, ist dies der richtige Ansatz. Alle Aktiven anzuschreiben, ist ein erster guter Schritt des Rathauschefs, um an das Demokratieverständnis zu appellieren und für Solidarität zu werben. Zudem kommt es nun darauf an, beiden Wehren glaubhaft zu vermitteln, dass jeder Neuanfang auch eine große Chance bedeutet. Es sollte der Gemeinde daher gelingen, dass die Verantwortlichen und letztlich alle Freiwilligen die Planung des gemeinsamen Feuerwehrhauses als ihre eigene Sache begreifen und so eine optimale Heimstatt für beide Wehren geschaffen werden kann. Wenn sich Feuerwehrler beider Orte die Hand reichen, wie es sich Spicker wünscht, dann wird auch die Zerstrittenheit in den Orten bald ein Ende haben und das gesellschaftliche Leben in alter Form aufleben.

© SZ vom 21.07.2020
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