Internet-Abzocke Computer-Betrüger am Telefon

Auch Kunden der Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck können Opfer von Internetbetrügern werden. Die Bank fordert deshalb zu Wachsamkeit auf.

(Foto: Günther Reger)

Die Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck warnt vor Anrufern, die Kontodaten erfragen wollen. Mithilfe der Informationen wollen sie an das Geld der Bankkunden herankommen

Von Andreas Ostermeier, Fürstenfeldbruck

Die Volksbank Raiffeisenbank warnt Bankkunden vor Betrügern am Telefon. Momentan geben sich Anrufer als angebliche Mitarbeiter von Software- oder Telekommunikationsfirmen aus, um sich Zugang zu den Computern der Angerufenen zu verschaffen. Spätestens, wenn ein Anrufer nach Passwörtern fragt oder darum bittet, sich auf den Computer schalten zu lassen, sollte man hellhörig werden. Mitarbeiter von Softwarefirmen würden so etwas nie tun, sagt Michael Fischer von der Polizei Fürstenfeldbruck. Er empfiehlt deshalb, solche Gespräche sofort abzubrechen und aufzulegen.

Die Täter haben nach Angaben der Volksbank durchaus Erfolg. Jedenfalls seien ihnen in letzter Zeit einige Personen auf den Leim gegangen. Robert Fedinger, Vertriebsleiter der Volksbank, schildert die Masche der Betrüger. Ein Anrufer meldet sich und versetzt den Angerufenen erst einmal in Angst, indem er behauptet, dessen PC sei gehackt worden. Nun wolle er helfen, Schaden abzuwenden, weshalb er Zugangsdaten benötige. Besitzt er diese, späht er die Konten des Betrogenen bei Banken oder Shopping-Portalen aus oder installiert Schadsoftware. Diese kann den Rechner des Angerufenen blockieren. Erst gegen Zahlung einer Geldsumme wird er wieder entsperrt. Von dem kriminellen Vorgehen merkt der Computerbesitzer aber zunächst nichts, denn der Täter tut so, als würde er einen Hackerangriff abwehren. Dabei bittet er den Angerufenen möglicherweise um Kooperation und verlangt eine Probeüberweisung.

Wie die Polizei, so warnt auch die Volksbank deshalb davor, irgendwelche Daten oder Informationen preiszugeben oder gar auf Forderungen eines Anrufers einzugehen. Auch das eigene Online-Banking solle nicht aufgerufen werden. Am besten, so heißt es von der Volksbank, solle man ein solches Gespräch so rasch wie möglich beenden. Ähnliches rät auch Dirk Hoogen, Pressesprecher der Sparkasse. Pin- oder Tan-Nummern, wie sie für Online-Banking verwendet werden, solle ein Bankkunde gegenüber niemandem bekannt geben. Auf das Ansinnen, Probeüberweisungen zu tätigen, dürfe man ebenfalls nicht eingehen.

Fürstenfeldbrucks stellvertretender Inspektionsleiter Fischer spricht im Zusammenhang mit Computerbetrug bereits von einem "Alltagsdelikt". Woche für Woche gebe es Anzeigen von Personen, die auf solche Betrüger aufmerksam machten oder von ihnen hereingelegt worden seien. In den allermeisten Fällen könne die Polizei aber nur wenig tun, sagt Fischer, denn die Möglichkeiten, Internet-Betrüger zu verfolgen, seien aufgrund der Gesetzeslage recht gering.

Computernutzer müssen sich deshalb selbst schützen. Ist dies einmal nicht gelungen, und der Betrüger hat Zugang zu persönlichen Daten erhalten, solle der Bankkunde sofort Kreditkarte und Online-Banking sperren lassen, empfiehlt die Volksbank. Möglich ist das unter der Notrufnummer 116 116. In einem weiteren Schritt gilt es, die eigenen Passwörter zu ändern und Kontakt zur Bank und zur Polizei aufzunehmen. Der PC sollte so lange nicht mehr eingesetzt werden, bis ein IT-Spezialist ihn untersucht und mögliche Schadsoftware entfernt hat.

Auch die Sparkasse Fürstenfeldbruck bittet ihre Kunden, sich bei ihr zu melden, wenn sie einen Betrugsversuch feststellen. Experten analysierten jeden einzelnen Fall, um die Sicherheit des Online-Bankings zu verbessern, sagt Hoogen. Die gewonnen Erkenntnisse fließen laut Sparkasse auch in die regelmäßige Schulung der Mitarbeiter und die Information der Kunden der Bank ein.