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Germering:Wind und Verkehr

Germeringer fragen Stadtrat zum Kreuzlinger Feld

Von Ingrid Hügenell, Germering

Zu Beginn jeder Stadtratssitzung haben die Bürger die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Bei der Sitzung am Dienstag nutzte die Erzieherin Marion Schwarzlmüller diese Gelegenheit. Sie bezog sich auf die Planungen zur Bebauung des Kreuzlinger Felds. Schwarzlmüller gehört der Bürgerinitiative an, die die Bebauung für zu massiv hält. "Soll ich fragen, ob Sie wissen, wie es in den Kindertagesstätten aussieht?", sagte sie. Es fehlten Erzieherinnen. Weiter wollte sie wissen, warum die Planungen vorschreiten, obwohl das neue Windgutachten noch nicht vorliegt. Die BI befürchtet, die Gebäude könnten Germering von der Frischluftzufuhr abschneiden. Auch das Verkehrsgutachten sprach sie an, ihrer Meinung nach reicht es nicht aus, nur die Situation um das geplante Neubaugebiet zu betrachten. Zudem wollte Schwarzlmüller wissen, welche Art der Bürgerbeteiligung gewünscht sei und ob sie und die BI nur als "Krawallmacher" gesehen würden.

Er halte sie und die Bürgerinitiative keineswegs für Krawallmacher, versicherte Oberbürgermeister Andreas Haas in seiner Antwort. "Wir nehmen die Einwendungen der Bürger ebenso ernst wie die Einwendungen der Träger öffentlicher Belange", sagte er. Natürlich wisse die Stadt, dass es Probleme gebe mit der Besetzung der Stellen in den Kitas. "Das treibt uns sehr um, wir unternehmen Anstrengungen", Leute zu finden. "Sie haben vollkommen recht, solange das Thema nicht geklärt ist, wird es mit der Bebauung schwierig." Zum Windgutachten sagte Haas: "Das Ergebnis werden wir haben, bevor wir eine Entscheidung fällen." Rechtlich ist Haas zufolge nur ein Verkehrsgutachten für den Bebauungsplan Kreuzlinger Feld notwendig. Schwarzlmüller entgegnete, auf die rechtliche Lage komme es weniger an: "Wir müssen schauen, was müssen wir für Germering machen."

Ebenfalls um das Kreuzlinger Feld und die "Zirkuswiese" ging es in der Wortmeldung von Stefan Beutler. Er wollte wissen, ob dort nicht Baurecht entstehe, wenn auf dem Kreuzlinger Feld gebaut werde. Beutler hat offenbar Juristen befragt, die es für möglich halten, dass dort Baurecht nach Paragraf 34 entsteht, wenn erst die Gebäude in dem Neubaugebiet errichtet sind. "Die Stadt will auch, dass da kein Baurecht entsteht", versicherte Stadtbaumeister Jürgen Thum. Sie habe eigene Juristen, die das bestätigten.

© SZ vom 25.09.2020

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