Germering Schlussstein im Zentrum

Prosecco aus dem Eiskübel: Bei Getränken und Essen aus einem Foodtruck wird Richtfest für das Geschäftshaus am Kleinen Stachus gefeiert.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Das Geschäftshaus am Kleinen Stachus feiert Richtfest

Von Andreas Ostermeier, Germering

Germerings Kleiner Stachus geht der Vollendung seiner baulichen Entwicklung entgegen. Am Donnerstag wurde Richtfest für das Büro- und Geschäftshaus an der Planegger Straße gefeiert. Ein Kran zog den Richtkranz in die Höhe, Michael Berger, einer der beiden Chefs des Hauptmieters, der Firma Docuware, sprach von der Vorfreude auf das neue Domizil und Wolfgang Andre, Zweiter Bürgermeister der Stadt, zitierte Goethe, um deutlich zu machen, wie sich auch die Stadt über das neue Gebäude freut. "Drei Dinge sind bei einem Gebäude zu beachten", heißt es in den "Wahlverwandtschaften", "dass es am rechten Fleck stehe, dass es wohl gegründet, dass es vollkommen ausgeführt sei."

Nur die Ausführung benötige noch Zeit, sagte Andre, die beiden anderen Bedingungen, die Goethe nennt, seien bereits erfüllt, denn an der Ecke Planegger/Hartstraße befinde sich das Haus genau an der richtigen Stelle. Schon jetzt präge es das Ortsbild. Andre erinnerte daran, dass vor noch nicht langer Zeit eine "hässliche Stromtrasse" dort verlief, wo jetzt das neue Gebäude entsteht.

Der Bau schreitet rasch voran. Erst Ende November wurde der Grundstein gelegt. Nun, Mitte Juni, ist der Rohbau so gut wie fertig, im Frühjahr 2020 soll Docuware einziehen. Auch der Hagelschlag am Pfingstmontag führt nicht zu Verzögerungen. Lediglich an drei Autos auf der Baustelle seien Schäden entstanden, sagte Stefan Klein, Geschäftsführer des Projektentwicklers Ehret und Klein. Klein nannte auch Zahlen: Bislang sind 5000 Kubikmeter Beton und 670 Tonnen Stahl verbaut worden.

Das Gebäude verfügt über 33 000 Kubikmeter umbauten Raum. Jürgen Biffar, Gründer und Aufsichtsrat der Firma für Dokumentenmanagement, führte Gäste durch die künftigen Firmenräume. Die bestehen noch aus blanken Betonböden und Betonwänden, auf Schautafeln war aber zu sehen, wie die Räume eingerichtet werden sollen. Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Empfangsraum. Von dem aus geht es über eine Treppe oder per Aufzug in die oberen Geschosse, in die sich die Firma einmietet. Im ersten Stock ist neben den Büros Platz für einen Gymnastikraum. Er soll im sogenannten Turm liegen, also im Kopfteil des Baus, von dem man auf den Kleinen Stachus schauen kann. Berger sagte, die Germeringer Firma, die noch in der Harfe residiert, habe sich bewusst für einen Standort im Zentrum Germerings entschieden. Bereits jetzt kämen viele Mitarbeiter mit der S-Bahn oder dem Fahrrad, gerne auch einem E-Bike, zur Arbeit. Für diejenigen, die elektrisch fahren, gibt es in der Tiefgarage Ladestationen.

Weiterer Mieter in dem mehrstöckigen Gebäude sollen ein Bio-Supermarkt und eine Kita sein, hieß es beim Richtfest. Der Supermarkt zieht ins Erdgeschoss. Dort gibt es noch freie Flächen zum Vermieten. Parken können die Kunden in einer Tiefgarage, die ebenfalls bereits im Rohbau fertig ist.