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Germering:Planung wird nicht

Rahmenplan Kreuzlinger Feld

Der Rahmenplan für das Kreuzlinger Feld zeigt die Ausmaße, die das Neubaugebiet haben könnte. Bis zu 2000 Menschen sollen einmal dort leben.

(Foto: Stadt Germering)

geändertBauausschuss Germering weist sämtliche Einwände der Bürger zum Kreuzlinger Feld ab

Von Karl-Wilhelm Götte, Germering

Stadtbaumeister Jürgen Thum lässt im Bauausschuss des Stadtrates eine Armada von Sachverständigen auffahren, um die Bedenken der Germeringer Bürgerinnen und Bürger gegen den Bebauungsplan Kreuzlinger Feld zu zerstreuen. Etwa 80 Eingaben und Stellungnahmen sind bei der gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Stadt eingegangen. Thum arbeitet sie unter den Hauptpunkten Städtebau, Grünordnung, Klima Umwelt, Ausgleichsmaßnamen, Verkehr, Immissionen und Infrastruktur systematisch ab. Die Fachexperten aus diversen beauftragten Planungsbüros assistieren ihm dabei. Da sind die Chancen der kritischen Bürger auf einen Treffer von vornherein sehr gering.

Die Bürger haben große Zweifel an den Messdaten zu erwarteten Verkehrsaufkommens, die das beauftragte Ingenieurbüro erhoben hat. "Es ist technisch alles sauber erstellt worden", versucht Thum die Zweifel auszuräumen. Die Verkehrszählung erfolgte an einem Wochentag 24 Stunden lang und die Berechnungen bei Vollausbau des Areals. Dabei wurden die einzelnen Straßen und Knotenpunkte untersucht. Im unmittelbaren Umfeld des Baugebietes "wird die empfohlene Höchstbelastung von 400 bis 800 KFZ pro Stunde nicht überschritten", wird mitgeteilt. Auch eine morgendliche und abendliche Überlastung der betroffenen Kreuzlinger Straße, Alfons-Baumann-Straße und der Kleinfeldstraße bestehen nicht.

Auch der Knotenpunkt Kleiner Stachus kann den zukünftigen Verkehr bewältigen, Rückstaulängen sind zu vernachlässigen. Die Zufahrt zur Landsberger Straße über den Starnberger Weg soll durch eine Ampelanlage geregelt werden. Schleichverkehr zur Autobahn A96 ergibt die Messung ebenfalls nicht. Auch die Immissionen sind laut Gutachten zu vernachlässigen. "Es gibt keinen Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen für die existierende Bebauung", legt sich der Gutachter fest. Auch die Frischluftzufuhr werde gut funktionieren, auch ohne ein neues Windgutachten. Eine "Senioren-Genossenschaft" bringt zur Sprache, die Gebäudehöhe auf bis zu sechs Vollgeschosse anzuheben, um Fläche zu sparen. Maximal vier Geschosse hat der Stadtrat laut OB Andreas Haas bereits entschieden. Am Ende der zweistündigen Sitzung werden mit 10:4-Stimmen alle Einwände der Bürger zurückgewiesen. Es ergäben sich "keine Änderungen der Planung", heißt der Beschluss. Den Billigungsbeschluss des Bebauungsplans (8:6) zur Vorlage im Stadtrat stimmen die sechs CSU-Stadträte, Franz Hermansdorfer (FWG) und OB Haas zu. Grüne, SPD und Maximilian Streicher (ÖDP/Parteifreie) votieren dagegen.

© SZ vom 28.09.2020

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