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Germering:Lob für Unternehmer

Ilse Aigner

Zu Gast in Germering: Ministerin Ilse Aigner (Mitte) mit Martina Drechsler und Oliver Simon.

(Foto: Günther Reger)

Wirtschaftsministerin Aigner macht Wahlkampf vor Wenigen

Von Karl-Wilhelm Götte, Germering

Ilse Aigner lacht bekanntlich viel. An diesem sonnigen Samstagnachmittag war die Wirtschaftsministerin der bayerischen Staatsregierung besonders gut gelaunt. Soeben hatte sie der CSU-Bezirksparteitag in der Germeringer Stadthalle zur Bezirksvorsitzenden wiedergewählt. Das war jetzt keine Überraschung gewesen, zumal ein Gegenkandidat fehlte, aber mehr als 96 Prozent Zustimmung der Delegierten versetzten Aigner doch in Hochstimmung. Beim anschließenden Stammtisch der Germeringer CSU wirkte die 52-jährige Politikerin geradezu aufgekratzt.

Ehe sich Aigner draußen im Lokal "Zum Griabign" niederließ, war sie vom Germeringer Ortvorsitzenden Oliver Simon noch durch zwei Unternehmen in der Nähe der Stadthalle geführt worden. Das konnte zu Fuß erledigt werden. Aigner besuchte die Firma Docuware, die vom Vorsitzenden des Germeringer Wirtschaftsverbandes, Jürgen Biffar, geleitet wird, und die Buchhandlung Lesezeichen. Hier ist die CSU-Stadträtin Katrin Schmidt die Inhaberin. "Wir haben den Mittelstand und nicht nur die Big Players", lobte Aigner die beiden Germeringer Betriebe.

"Die Mitarbeiter, die dort arbeiten, sind wie Familienangehörige." Sie versprach, dass die Politik der Staatsregierung vor allem hinter diesen Betrieben stehe. "Alles, was wir tun", so Aigner, "ist an diesen Unternehmen ausgerichtet." Einmal im Swing, glorifizierte die Wirtschaftsministerin und Stellvertreterin des Ministerpräsidenten auch die Stadt Germering und den anwesenden Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU). "Du hast eine gut geführte Stadt", sagte Aigner zu Haas, der zwei Stühle entfernt Platz genommen hatte. Dem schien dieses übermäßige Lob eher etwas peinlich zu sein. "Natürlich passt es", kommentierte Haas die Einlassung Aigners zurückhaltend, um hinzuzufügen: "Es gibt aber auch noch Herausforderungen."

Festzuhalten ist, dass die Neugier der Germeringer auf Ilse Aigner nicht sehr groß war. Zum Stammtisch der Germeringer CSU mit der prominenten Ministerin im "Griabign", für den die Partei plakatmäßig umfassend geworben hatte, kamen nur 15 Besucher - vor allem CSU-Mitglieder. Dieser Stammtisch sollte dazu dienen, den Bundestagskandidaten Michael Kießling in Germering bekanntzumachen. Der 44-jährige gebürtige Schweizer kommt aus dem Landkreis Landsberg und ist Bürgermeister in der Gemeinde Denklingen. Da die Germeringer Wählerinnen und Wähler bei der kommenden Bundestagswahl dem Wahlkreis Starnberg und Landsberg zugeschlagen werden, ist Kießling einer ihrer wählbaren Kandidaten.

Ilse Aigner hatte keinen Zweifel, dass der gelernte Bauingenieur Kießling ein "hervorragender Abgeordneter" sein und das Direktmandat für die Christsozialen holen wird. Politisch knüpfte Aigner in ihrer kurzen Rede an vergangen geglaubte FDP-Slogans an. "Sozial ist, was Arbeit schafft", kam ihr über die Lippen. Das stehe auch im "Bayernplan" der CSU für die Bundestagswahl klar im Vordergrund. Da sich laut Umfragen im Bund eine CDU/CSU-Regierung zusammen mit der FDP abzeichnet, scheinen die Liberalen wieder wohl gelitten zu sein. Ilse Aigner ist sicher: "Die FDP ist näher an uns, was die Wirtschaft betrifft."

© SZ vom 24.07.2017

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