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Germering:Lern-Software

Jürgen Biffar

Jürgen Biffar hat die Firma Docuware gegründet und Erlöse aus dem Verkauf in eine Stiftung eingebracht.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Computerprogramm "Brainix" wird an drei Gymnasien getestet

Von Andreas Ostermeier, Germering

Weil die Schulen wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind, lernen Kinder und Jugendliche zuhause. Wichtigstes Instrument dabei ist der Computer. An dem könnten Kinder und Jugendliche auch lernen, ohne dass Pandemie ist. Mit Lernsoftware, wie sie die Germeringer Stiftung Digitale Bildung entwickelt. Die Stiftung von Jürgen Biffar und seiner Frau Michaela Wienke hat nun die beiden ersten Lernprogramme - für Mathematik und Englisch in der sechsten Klasse - von drei Gymnasien testen lassen. Lehrer, Schüler und Eltern hätten der Software gute Noten gegeben, sagt Friedrich Koopmann von der Stiftung.

Biffar hat die Firma Docuware gegründet und den Germeringer Betrieb für digitales Dokumentenmanagement bis 2019 geleitet. Mit dem Verkauf seiner Firmenanteile haben er und seine Frau die Stiftung Digitale Bildung finanziert. Die Stiftung kümmert sich vor allem darum, Mädchen den Zugang zur Technik zu erleichtern. Zudem befasst sich die Stiftung mit der Erarbeitung von Lernsoftware. Zehn Software-Entwickler arbeiten im bulgarischen Sofia, außerdem ist die Universität Eichstätt mit von der Partie. Dort befasst man sich mit der Didaktik und den Lerninhalten für die Software. Schließlich muss sich diese an die Lehrpläne halten, um für den Unterricht oder das Lernen zuhause Verwendung zu finden.

Zwei Wochen lang wurde die Software mit dem Namen "Brainix" im Unterricht getestet. Die Software bietet Gelegenheit zum Erlernen von Schulstoff sowie zum Vertiefen des Stoffes und der Leistungskontrolle. Ein Blick in die Ergebnisse zeigt die individuellen Fähigkeiten eines Schülers - Grundlage für weitere Förderung. Aufgrund der Möglichkeiten, die Brainix bietet, können Klassen auch getrennt lernen: Ein Teil übt im Präsenzunterricht mit dem Lehrer, der andere Teil befasst sich zu Hause mit den Inhalten eines Fachs. Die Software ist cloudbasiert, das bedeutet, dass sie nicht auf den Rechnern der Anwender installiert werden muss. Den Nutzern genügt ein Tablet, um mit dem Programm zu arbeiten.

Ein Mathematiklehrer des Gymnasiums Beilngries ( zudem wurde die Lernsoftware noch an Gymnasien in Eichstätt und Oberviechtach getestet) lobte Gestaltung, Optik und Interaktionsmöglichkeiten der Software. Biffar sagte, die Tests hätten die Erwartungen bestätigt, der Einsatz habe eine Steigerung des durchschnittlichen Lernerfolgs gezeigt. Nun wollen die Entwickler die Anregungen von Lehrkräften und Schülern aufgreifen und die Software verbessern. Im kommenden Schuljahr ist ein weiterer, dann ganzjähriger, Einsatz vorgesehen.

© SZ vom 19.01.2021
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