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Germering:Feier mit Stifterin

Die Bauarbeiten für Hospiz und Frauenhaus haben begonnen. Der Gebäudekomplex unweit des Germeringer Rathauses wird den Namen Max-und-Gabriele-Strobl-Haus tragen

Von Andreas Ostermeier, Germering

Der Grundstein für Hospiz und Frauenhaus in Germering soll nach Abschluss der Bauarbeiten im Foyer des Gebäudes zu sehen sein. Er wird nicht im Fundament eingebaut. Die Gäste der Grundsteinfeier waren deshalb am Mittwoch auch nicht auf die Baustelle an der Unteren Bahnhofstraße eingeladen, sondern kamen in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche zusammen. Dort präsentierte Christian Ganslmeier, einer der beiden Vorsitzenden der Germeringer Sozialstiftung, den Besuchern den im oberen Bereich geschliffenen und im unteren Bereich naturbelassenen Stein. Unter den Gästen der Feier befanden sich Landratsstellvertreterin Martina Drechsler, Germerings Oberbürgermeister Andreas Haas, Vertreter der beiden Kirchen und die Stifterin des Baugrundstücks. Nach ihrem und dem Namen ihres Mannes wird das neue Gebäude "Max-und-Gabriele-Strobl-Haus" heißen.

Die Bauarbeiten auf dem Grundstück haben bereits begonnen, in der kommenden Woche soll bereits mit den Betonarbeiten gestartet werden, sagte Ganslmeier. Der Rohbau besteht aus Betonfertigteilen. Der Vorsitzende der Sozialstiftung möchte das Haus gerne im Frühjahr 2022 eröffnen. Das Hospiz soll zehn Bewohner aufnehmen können. Errichtet wird es von Stadt und Sozialstiftung. Diese sowie der Germeringer Hospizverein haben in den vergangenen Jahren die Vorarbeiten geleistet und erreicht, dass Germering zehn der wenigen Hospizplätze für den Bezirk Oberbayern erhält. In Germering sollen aber nicht nur Schwerstkranke aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck unterkommen können, sondern auch aus den benachbarten Landkreisen Dachau, Starnberg und Landsberg. Außerdem bietet das neue Gebäude auch Mitarbeiterwohnungen.

Auf demselben Grundstück baut der Landkreis sein neues Frauenhaus. Das bestehende aus dem Jahr 1991 reicht nicht mehr aus für die Anzahl der Frauen, die Schutz vor häuslicher Gewalt suchen. Bis zu fünf Frauen können dort - auch mit Kindern - unterkommen. Im neuen Haus in Germering soll es acht Plätze geben. Nötig ist die Mehrung der Plätze, denn aus Kapazitätsgründen müssen immer wieder Frauen abgewiesen werden.

Das Hospiz soll von einer gemeinnützigen GmbH getragen werden, an der sich neben der Stadt Germering und dem Hospizverein Germering auch der Landkreis beteiligt. Die Entscheidung dazu ist kürzlich gefallen. Landrat Thomas Karmasin sagte über das Projekt: "Mit dem neuen Hospiz verfügt der Landkreis Fürstenfeldbruck über eine einzigartige Einrichtung, wie es sie in Oberbayern bislang nur viermal gibt. Unheilbar kranke Menschen erhalten in der Region, und damit in der Nähe ihrer Angehörigen, eine optimale palliativ-medizinische Versorgung und psychosoziale Unterstützung." Der Hospizverein Germering beteiligt sich mit einem Anteil von 52 Prozent an der Hospiz GmbH, der Landkreis Fürstenfeldbruck und die Große Kreisstadt Germering jeweils mit einem Anteil von 24 Prozent. Um das Frauenhaus kümmern sich Landkreis und der Fürstenfeldbrucker Verein "Frauen helfen Frauen".

Der schmucke Grundstein für beide Einrichtungen stammt aus Kelheim. Die Stiftung habe bewusst einen Stein aus Bayern nehmen wollen, sagte Ganslmeier. In einem Grundstein finden traditionell Zeitungen und ein paar Münzen Platz - das gilt auch für den Stein von Frauenhaus und Hospiz. Um zu dokumentieren, in welch besonderen Zeiten der Bau von Hospiz und Frauenhaus begonnen hat, legte Ganslmeier auch zwei Mund-Nasen-Masken in die Kupferhülle, die in den Grundstein gelegt wird. Die Hülle haben Schülerinnen und Schüler der Eugen-Papst-Schule gestaltet. Pfarrer Michael Lorenz von der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche und Pastoralreferent Christian Kube von der katholischen Stadtkirche sprachen Gebete. Das Haus werde eine Stätte sein, an der christliche Nächstenliebe gelebt wird, sagte Lorenz.

© SZ vom 31.07.2020

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