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Germering:Familienpaten gesucht

In der Pandemie benötigen mehr Eltern Hilfe im Alltag

Ein Jahr unter Corona-Bedingungen hat die Arbeit im Projekt "Familienpatenschaften" des Sozialdienstes Germering stark verändert. Nach wie vor würden Familien Unterstützung in vielen Lebenslagen benötigen, durch die stärkere Belastung des Familienalltags sogar in größerem Ausmaß als in den Jahren zuvor, heißt es in der Pressemitteilung: "In sehr kreativer Weise wurden Lösungen gefunden, wie ehrenamtliche Patinnen und Paten weiterhin für die Familien tätig werden konnten." Sie unterstützten im vergangenen Jahr 15 Familien mit insgesamt 41 Kindern durch Betreuung und Förderung der Kinder, Gespräche und Formularhilfe. Sowohl Familien mit Migrationshintergrund als auch Familien mit drei und mehr Kindern seien ebenso froh über die Entlastung wie alleinerziehende Mütter.

Seit März 2020 war die Arbeit der Paten und Patinnen nicht mehr in der Form möglich wie vorher. Im Lockdown konnten sie nicht mehr in die Familien und hielten daher über Telefon und soziale Netzwerke Kontakt zu ihren Familien. Einige beendeten ihre langjährige Tätigkeit im Patenschaftsprojekt, da sie selbst zur Risikogruppe gehören oder Angehörige nicht gefährden mochten. Anfragen nach Patenschaften konnten erst Mitte Mai bearbeitet werden, da vorher keine Termine zum Kennenlernen möglich waren. Neun neue Patenschaften entstanden im zweiten Halbjahr.

Sobald die Kontaktbeschränkungen es zuließen, trafen die Paten und Patinnen ihre Familien im Freien; sie entlasteten die Familien durch Spielplatzbesuche mit den Kindern und Hausaufgabenbetreuung im Hof der Wohnanlage unter Einhaltung der Abstandsregeln. Daran beteiligte sich auch ein neuer Pate, der einer Familie seitdem bei der Korrespondenz mit Behörden hilft. Auch Gespräche bei Spaziergängen zur Strukturierung des Alltags und Stabilisierung unterstützten Mütter in der herausfordernden Pandemiesituation.

Die Anfragen von Familien nach Patenschaften haben während der Pandemie zugenommen. Der Sozialdienst Germering sucht daher neue Paten, die sich gerade in dieser Zeit engagieren möchten und pro Woche etwa zwei bis drei Stunden Zeit haben. Während der Tätigkeit werden sie fachlich betreut. Interessenten melden sich unter Telefon 015 23/634 61 11 oder per E-Mail an familienpaten@sozialdienst-germering.de bei Isolde Kirchner-Weiß, der Leiterin des Angebots.

© SZ vom 14.04.2021 / ch
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