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Germering:Bauwunsch abgelehnt

Der Germeringer Ortsteil Nebel soll seinen dörflichen Charakter behalten, deshalb wurde der Bau eines Einfamilienhauses abgelehnt.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Ortsteil Nebel soll Dorfcharakter behalten

Von Andreas Ostermeier, Germering

Der Dorfcharakter des Germeringer Ortsteils Nebel soll erhalten bleiben. Deshalb lehnen die Stadträte ein Bauvorhaben am westlichen Rand von Nebel ab. Dort möchten die Besitzer ein Grundstück zum eigenen Nutzen mit einem Einfamilienhaus bebauen. Das Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe zu anderen Gebäuden, befindet sich aber im Außenbereich, wo Wohnhäuser nicht zugelassen sind. Dennoch kann der Stadtrat ein solches Bauvorhaben genehmigen. Um nicht weitere Begehrlichkeiten zu wecken, lehnte die Mehrheit des Bauausschusses das Ansinnen jedoch ab.

Die Bauverwaltung der Stadt kann sich ein Wohngebäude an dieser Stelle vorstellen. Den Bereich zwischen den bestehenden Häusern und einigen landwirtschaftlichen Gebäuden am Westrand könne man durchaus als Baulücke werten, heißt es in den Unterlagen für die Ausschussmitglieder. Die Gefahr einer Zersiedelung sei unbegründet, eher entstehe durch den Bau des geplanten Hauses der Eindruck einer Geschlossenheit.

Die Ausführungen der Verwaltung trafen auf den Widerspruch mehrerer Stadträte. Angelika Kropp-Dürr von den Grünen sagte, der Ausschuss habe ein ähnliches Ansinnen bereits vor zwei Jahren abgelehnt, und sie werde dies wieder tun, weil sie eine solche Bebauung nicht wolle. Ähnlich äußerte sich Manuela Kreuzmair von der CSU. Sie könne nicht erkennen, dass sich im Vergleich zu 2018 neue Erkenntnisse ergeben hätten, sagte die Zweite Bürgermeisterin. Christian Gruber (SPD) führte an, dass das Argument der Baulücke auch für das Nachbargrundstück gelte. Maximilian Streicher (ÖDP) kritisierte die Verwaltung für die Verwendung des Begriffs Baulücke. Eine solche gebe es im Außenbereich nicht, sagte er. Zudem sah Streicher, wie auch andere Stadtratsmitglieder, einen argumentativen Zwang, mindestens eine Bebauung des Nachbargrundstücks zu erlauben, wenn man dem vorliegenden Bauwunsch nachkomme.

Stadtbaurat Jürgen Thum widersprach. Jede Bebauung müsste vom Stadtrat extra genehmigt werden, ein Baurecht des Nachbarn entstehe nicht. Doch die Frage, mit welchem Argument man weitere Bauwünsche ablehnen könne, wusste er nicht zu nennen. Unterstützung bekam Thum von Franz Hermansdorfer (Freie Wähler). Der Stadtrat sagte, er verstehe nicht, weshalb man in Nebel wegen ein oder zwei Häusern "herumtue", in Germering habe niemand auf den Erhalt des dörflichen Charakters geachtet. Die Mehrheit konnte er jedoch mit diesem Argument nicht überzeugen, der Antrag auf eine Änderung des Außenbereichs wurde mit acht zu sechs Stimmen abgelehnt.

© SZ vom 26.10.2020

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