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Germering:Altenheim-Neubau steht bevor

Abgeräumt: Vom früheren Caritas-Altenheim ist nur eine Baugrube geblieben. Nun will der Verband auf dem Grundstück einen Neubau errichten.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Zwei Jahre nach dem Abriss des Caritas-Seniorenheims präsentieren Vertreter des Sozialverbands den Germeringer Stadträten Pläne für ein neues Haus. Baubeginn soll Anfang 2021 sein

Von Andreas Ostermeier, Germering

Wo früher das Altenheim Don Bosco stand, ist seit zwei Jahren nur ein leeres Grundstück, das langsam von Pflanzen überwuchert wird. Das soll sich ändern. Anfang 2021 will die Caritas mit der Errichtung eines Hauses für mehr als 150 Betreute beginnen. Zwei Jahre später sollen die ersten Bewohner in den Neubau eines Seniorenheims an der Parkstraße einziehen können. Vertreter des katholischen Sozialverbands stellten am Donnerstag den Stadträten die Neubaupläne vor.

Entstehen soll ein Gebäude mit vier Geschossen. Darin soll Platz sein für 67 Wohnungen im betreuten Wohnen sowie für 64 Bewohner, die eine vollstationäre Pflege benötigen. Zusätzlich sei auch an eine Tagespflege mit 25 Plätzen gedacht, sagte Peter Hess, bei der Caritas zuständig für die Seniorenheime im Münchner Westen. Berücksichtigung findet im Bauplan auch eine Kapelle sowie eine Cafeteria mit Kiosk. Hess betonte, dass der Caritas die Öffnung des Hauses zur Umgebung sehr wichtig sei. Deshalb ist die Cafeteria nicht nur für Bewohner des Hauses und deren Besucher geöffnet, sondern beispielsweise auch für Personen, die im Erikapark unterwegs sind. Die Anbindung des neben dem Caritas-Grundstück liegenden Parks soll noch mit der Stadt abgestimmt werden. Zur Offenheit des neuen Seniorenheims gehört auch, dass das Grundstück nur teilweiseeingezäunt wird. Man könne ungehindert um das ganze Haus herumgehen, sagte Hess.

Die Bewohner des künftigen Caritas-Altenheims sollen dort laut Hess "ein Zuhause erleben". Erreichen will der Sozialverband dies durch das Zusammenleben in Wohngruppen. Demnach ist geplant, dass immer 16 Bewohner und ihre Zimmer um eine Küche und Aufenthaltsräume herumgruppiert werden. Hess sagte zu, dass es auch Kurzzeitpflegeplätze geben werde, und zwar über das ganze Jahr. Wohnungen für Mitarbeiter sind hingegen im neuen Gebäude nicht vorgesehen. Die Caritas habe andere Wohnungen in Germering, wo Pflegepersonal unterkommen könne, sagte Hess. Zudem könnten Mitarbeiter per S-Bahn und Bus relativ leicht zur Arbeit kommen und deshalb auch in der Umgebung wohnen.

Einige Stadträte zeigten sich skeptisch, was das offene Konzept angeht. Allgemein leiden immer mehr Bewohner von Seniorenheimen unter demenziellen Erkrankungen. Wie wolle der Betreiber des neuen Altenheims verhindern, dass solche Bewohner das Gelände verlassen und in der Stadt herumirrten, wurde gefragt. Hess bestätigte, dass eine Weglaufgefährdung bestehe. Bewohner mit einer demenziellen Erkrankung bekämen deshalb elektronische Armbänder, die die Betreuer informieren, wenn jemand das Gelände des Altenheims verlasse, sagte Hess und ergänzte, die Caritas habe in ihren Häusern keine Probleme mit weglaufenden Bewohnern.

Sozialreferent Herbert Sedlmeier (CSU) sprach den Stadträten aus dem Herzen, als er sagte, er sei froh darüber, dass die Caritas nun ein neues Altenheim bauen werde. Die Stadt brauche das Haus und die Nachfrage nach Plätzen im betreuten Wohnen sowie in der stationären Pflege sei da. Seinen Worten war auch der Unmut über das Hin und Her in den vergangenen Jahren anzumerken, denn es ist an die fünf Jahre her, dass der letzte Bewohner aus dem früheren Seniorenheim ausgezogen ist. Zwischen Stadt und Caritas gab es zunächst Uneinigkeit über die Größe eines Neubaus, später dann verzögerte sich dieser, weil der Abriss und die Entsorgung der alten Bausubstanz länger dauerte und fast doppelt so teuer wurde, wie zunächst kalkuliert.

© SZ vom 11.07.2020

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