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Germering:6950 Fahrten pro Werktag

Das Kreuzlinger Feld in Germering wird einer Bebauung für rund 2600 Neubürger weichen.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Durch die Bebauung des Kreuzlinger Feldes in Germering wird der Verkehr stark zunehmen, sagt ein Gutachter

Die Straßen rund ums Kreuzlinger Feld können den durch ein Neubaugebiet verursachten zusätzlichen Verkehr aufnehmen. Das ist die Aussage eines neuen Gutachtens, das die Stadt Germering hat anfertigen lassen, weil die Zahlen des früheren Gutachtens wiederholt angezweifelt worden sind. Reiner Neumann vom Büro Modus Consult in Ulm betonte, dass das erste Gutachten "methodisch sauber" angefertigt worden sei. Er komme zwar zu etwas anderen Zahlen, sagte der Verkehrsexperte, allerdings zur gleichen Aussage. Eine Veränderung müsse lediglich an der Einmündung des Starnberger Wegs in die Landsberger Straße passieren, sagte er. Um einen langen Rückstau auf der Rampe zu verhindern, schlug Neumann vor, eine Ampel aufzustellen.

Für sein Gutachten hat Neumann Zählungen an neun Knotenpunkten unternommen. An der Mehrzahl wurde an einem Dienstag über 24 Stunden gezählt, an drei Punkten dauerte die Zählung eine Woche lang an. Beim Vergleich mit dem bereits vorliegenden Gutachten seien keine nennenswerten Unterschiede der Gesamtverkehrsmengen festgestellt worden, heißt es in dem 60 Seiten umfassenden Bericht von Neumann. Der Bericht ist auf der Homepage der Stadt Germering zu finden (unter den Sitzungsunterlagen vom Dienstag, 14. Januar).

Neumann geht von etwa 2600 Einwohnern aus, die durch die Bebauung des Kreuzlinger Felds dazukommen. Diese Bewohner verursachten etwa 4700 Fahrten pro Werktag, heißt es in dem Gutachten. Zudem ergeben Neumanns Berechnungen 800 Fahrzeugfahrten pro Werktag durch den Hol- und Bringverkehr für Schulen und Kindertagesstätte. Auch die Ansiedlung eines Markts verursacht Verkehr. Neumann beziffert diesen auf etwa 1450 Fahrten pro Werktag. Insgesamt geht der Experte von etwa 6950 Fahrten aus, die das Bauvorhaben am westlichen Stadtrand mit sich bringt.

Trotz des Mehrverkehrs bleibe die Situation auf den Straßen gut, sagte Neumann. Einzige Ausnahme: die Zufahrt zur Landsberger Straße. "Da müssen Sie etwas tun", forderte Neumann Stadträte und Verwaltung auf. Denn an dem Knotenpunkt, an dem Fahrzeuge nach rechts und links in die Landsberger Straße abbiegen, komme es verglichen mit jetzt zu einer deutlichen Zunahme des Verkehrs. Die Gefahr von hohen Wartezeiten und langen Rückstauungen besteht. Mithilfe einer Ampelanlage lässt sich die Gefahr nach Aussage von Neumann bannen. Auch die Unterführungen in dem Gebiet werden nicht zum Nadelöhr. Sie könnten weiterhin ihre Funktionen erfüllen, antwortete Neumann auf eine Frage von Grünen-Stadträtin Agnes Dürr.

Die Stadtratsmitglieder stimmten mit großer Mehrheit für die Bebauungsplanentwürfe für das Kreuzlinger Feld. Dort sollen neben Wohnungen auch Einkaufsmöglichkeiten sowie eine Schule und eine Kinderbetreuung entstehen. Die Entwürfe für die Bebauung werden der Bevölkerung vorgelegt. Die kann Anregungen und Kritik vorbringen.

© SZ vom 22.01.2020
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