Flüchtlinge Im Streifenwagen nach Belgien

Zusatzarbeit für die Brucker Polizei: Sie bringt Asylbewerber ins Ausland

Eine neue Aufgabe hat die steigende Zahl von Asylbewerbern der Polizeiinspektion in Fürstenfeldbruck beschert. Die Beamten müssen seit Anfang diesen Jahres immer wieder Flüchtlinge in das europäische Land abschieben, in dem sie erstmals offiziell als Flüchtlinge registriert wurden. Für eine Inspektion wie die in der Kreisstadt ist das mit einem enormen zusätzlichen Aufwand verbunden. So sind zwei Beamte zwei Tage lang mit einem Dienstfahrzeug unterwegs, wenn, was in den vergangenen Wochen bereits zweimal angeordnet wurde, ein Asylbewerber zu einem belgischen Grenzübergang bei Aachen gebracht werden muss. Wesentlich kürzer ist es, wenn der abzuschiebende Flüchtling nur bis zum Flughafen ins Erdinger Moos zu bringen ist.

Aber auch in diesen Fällen sind zwei Beamte mindestens einen halben Tag lang unterwegs, sofern alles glatt läuft. Laut dem Brucker Polizeisprecher Michael Fischer genügt es nämlich nicht, den jeweiligen Flüchtling nur zum Flughafen zu bringen. Die Beamten müssen den oder die Abzuschiebende im Flugzeug persönlich an den Kapitän übergeben und dann noch warten bis die Maschine startet. Und das kann bekanntlich dauern. Erst wenn das Flugzeug auf das Flugfeld rollt, ist der Flüchtling aus der Obhut der Brucker Polizei entlassen. Das heißt, dass die Brucker Beamten auch mit dem Asylbewerber einchecken und dazu schon zwei Stunden vor dem Abflug am Flughafen sein müssen. Mehr Personal zur Erfüllung dieser zusätzlichen Aufgabe gibt es nicht.

Organisiert werden diese Einsätze laut Fischer in Zusammenarbeit mit der Münchner Polizeiinspektion "Schubwesen", die für Abschiebung der Asylbewerber zuständig ist. Eigentlich fungiert diese Inspektion als zentrale Transportbehörde für den Gefangenensammeltransport in Bayern. Deren Mitarbeiter legen auch fest, ob der Transport auf dem Land- oder auf dem Luftweg erfolgt - und sie überprüfen zudem die Angaben. Informiert werden die Münchner Beamten vom Landratsamt in Fürstenfeldbruck. Müssen Asylberber beispielsweise zur belgischen Grenze gefahren werden, werden sie an dem vorher festgelegten Übergang von belgischen Polizisten übernommen. Der Transport erfolgt sowohl in Einsatz-, als auch in Zivilfahrzeugen der Brucker Inspektion. Grundlage für die Abschiebung ist das Dublin-III-Abkommen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Nach diesem Abkommen muss der Asylantrag in dem Land gestellt werden, in dem der Flüchtling in die Europäischen Union eingereist war.