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Biburg:Kleine Bösewichte

Ihre Rollen dürfen sich die Kinder selbst aussuchen, so auch diese beiden Einbrecherinnen.

(Foto: Privat)

Die Jugendgruppe des Brucker Brettls hat einen Krimi gedreht

Von Florian J. Haamann, Biburg

Mit einer Schachtel Lollies im Supermarkt hat alles angefangen. Die hat Birgit Tobisch-Haupt, Kinder- und Jugendtheaterleiterin beim Brucker Brettl, während eines Einkaufs entdeckt. "Es gab noch 50 von diesen Lollies, die ich gekauft habe. Als ich sie daliegen hatte, dachte ich mir, ich könnte ja jedem von den Kindern einen bringen und dann können wir etwas daraus machen."

Dieses etwas wurde zu einem kurzen Film, in dem die Kinder kleine Episoden mit ihrem Lutscher spielen. "Als der Film fertig war, habe ich mir gedacht, wir könnten noch etwas Längeres machen, in dem die Kinder auch etwas mehr Theater spielen können", erzählt Tobisch-Haupt. Und so entstand die Idee zu dem knapp 40-minütigen Krimi "Money Maker", den das Brucker Brettl an diesem Freitag veröffentlicht hat.

Darin versuchen die Nachwuchsschauspieler Geld aufzutreiben, um die corona-leere Kasse des Vereins zu füllen. Anfangs mit legalen Ideen, später verstricken sie sich immer tiefer in kriminelle Machenschaften. Jedes Kind habe sich aussuchen können, welche Rolle es gerne spielen wollte. Manchmal habe sich die Rolle auch ganz automatisch aus den persönlichen Umständen ergeben. So besitzt die Oma einer Schauspielerin einen Laden, der wegen der Corona-Maßnahmen sowieso geschlossen war. Die Rolle als Ladendiebin lag also nahe. Ein anderes Kind durfte den Lieferwagen seines Vaters überfallen. "Ein Mädchen hat gesagt, dass sie seit Wochen Schminken übt, deswegen wolle sie ein Opfer spielen, bei dem sie etwas mit Blut machen kann", sagt Tobisch-Haupt.

Als alle Rollen vergeben waren, hat Tobisch-Haupt ihr erstes Drehbuch geschrieben. Fünf Wochen lang wurde gedreht und geschnitten - natürlich corona-konform. "Damals galt ja die Regel, das jedes Kind nur einen Freund treffen darf, deshalb haben sich Geschwister zusammen geschlossen und einen Freund dazu geholt und die Eltern haben gefilmt."

Besonders überrascht war Tobisch-Haupt davon, wie viele Kinder an dem Projekt teilgenommen haben. "Ich habe gedacht, die sind alle so zu mit Schule, dass sie keinen Bock auf nichts haben. Ich habe damit gerechnet, dass sich vielleicht zehn melden". Als sie aber ihre Nachricht herumgeschickt hatte, gab es nach zwei Stunden bereits 35 Zusagen. Und für den nächsten Film hätten sich sogar schon drei Neuzugänge angemeldet.

© SZ vom 27.03.2021
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