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Beschluss:Christkindlmarkt ist abgesagt

Germeringer Stadtrat beschließt Verzicht wegen der Pandemie

Von Karl-Wilhelm Götte, Germering

Eine große Überraschung ist es nicht mehr gewesen: Der Germeringer Christkindlmarkt, der dieses Jahr vom 28. November bis 20. Dezember vor der Stadthalle stattfinden sollte, ist vom Stadtrat abgesagt worden. Zu viele Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie hätten vor allem auch den Ausstellern und Händlern die Laune verdorben, dort ihren Stand zu eröffnen. Auf eine Umfrage bei den 25 Stammhändlern hatten nur 20 reagiert "und nur die Hälfte davon hätte teilgenommen", erläuterte Dagmar Hager, die Verwaltungsleiterin im Rathaus. 45 000 Euro hat die Rathausverwaltung veranschlagt, um alle Hygieneauflagen, die in der Sitzungsvorlage beinahe zwei Seiten ausmachten, erfüllen zu können. Es hätte für die 43. Auflage des Marktes unter anderen eine Abgrenzung der Marktfläche per Bauzaun und eine Eingangskontrolle der Besucherinnen erfolgen müssen. Die Obergrenze auf dem eingezäunten Platz hätte bei 200 Besuchern gelegen. Das hätte dauerhaft ein Sicherheitsdienst kontrollieren müssen, der allein 25 000 Euro gekostet hätte.

Das Rahmenprogramm wäre stark ausgedünnt gewesen. Das Bühnenprogramm, die Amperperchten, das Lagerfeuer, das Kasperltheater, alles wäre weggefallen. Die bei den Kindern beliebte Dampflok hatte bereits abgesagt. Maskenpflicht auf dem gesamten Gelände und eine Einbahnstraßenregelung hätten von den Organisatoren durchgesetzt werden müssen. Hager befürchtete "Unmut bei den Besuchern und Händlern". Den Christkindlmarkt in Form einer "Christkindl-Meile" an zwei Wochenenden vom Rathaus bis zur Friedenstraße zu veranstalten, wie Stadtrat Gerhard Blahusch (Grüne) vorschlug, wurde verworfen.

"Die dafür notwendigen Parkplätze werden in der Advents- und Weihnachtszeit von den Geschäften gebraucht", sage Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU). Die Stromversorgung der Händler wäre zum kostspieligen Problem geworden. Auch den Christkindlmarkt als Marktsonntag zu veranstalten, wie es Grünen-Stadtrat Sepp Dürr ins Spiel brachte, ist nicht möglich, weil Marktsonntage mit großen Menschenansammlungen zurzeit nicht gestattet und vor Weihnachten sowieso nicht erlaubt sind, wie die Vorsitzende des Wirtschaftsverbands erklärte.

© SZ vom 09.10.2020
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