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Autorennen:Rollendes Kulturgut

Oldtimer-Rallye

Oberbürgermeister am Start: Im vergangenen Jahr hat Andreas Haas die Oldtimer-Rallye eröffnet.

(Foto: Günther Reger)

Bei einer Oldtimer-Rallye gehen in Germering 130 Teams an den Start

Von Karl-Wilhelm Götte, Germering

Für Pascal Kapp ist die Sache klar: In der Unteren Bahnhofstraße in Germering beginnt am Sonntag um neun Uhr morgens die größte Oldtimer-Tagesveranstaltung in Bayern. Der Veranstalter lädt zur klassischen "10-Seen-Classic-Rallye" ein und garantiert ein buntes, abwechslungsreiches Starterfeld. Über 130 Oldtimer-Teams werden sich an den Start begeben. "Das ist ein Muss für jeden Liebhaber klassischer und zeitloser Autoschönheiten", bekräftigt Kapp und preist seine Veranstaltung an.

259 Euro kostet die Rallyeteilnahme pro Auto. Nicht gerade billig hört sich das an, aber die erprobten Rallyeteilnehmer finden den Preis in Ordnung. Dafür gibt es dreimal Verpflegung und ein ausgearbeitetes Roadbook. Auf den vielen Seiten des akribisch erstellten Wegebuchs stehen die Aufgaben, die jedes Fahrzeug auf der etwa sechsstündigen Fahrt zu erledigen hat. Es gilt viele Bilderrätsel zu bewältigen und die Stempelkontrollen unterwegs zu erreichen. Häufig gilt es vor allem die richtige Straße zu finden. Zeigt doch manchmal die beiliegende Straßenkarte, um die Rallye interessant zu machen, die Straßenführung aus dem 19. Jahrhundert. So sind im Roadbook auf dem Weg von Germering zum Ammersee nur die Orte Wieling und Traubing eingezeichnet. Die Oldtimerfahrer versuchen dann per neuzeitlicher Handynavigation die Route zu erkunden.

Pünktlich um neun Uhr wird Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) die schwarz-weiße Flagge für das erste Autoschwenken. Danach wird weiteres "rollendes Kulturgut", wie Kapp es nennt, an den Start fahren. Dort wird er jeden einzelnen Wagen vorstellen. Der Veranstalter ist überzeugt: "Das ist Autogeschichte zum Anfassen und Miterleben." Teilnahmeberechtigt sind Autos bis zum Baujahr 1992. So bekommen die Zuschauer auch einen VW-Käfer-Cabrio oder eine französische "Ente" zu sehen, das beliebte Studentenfahrzeug aus den Sechziger- und Siebzigerjahren. Auch ein VW-Bully ist unter den Teilnehmenden Fahrzeugen einer der gängigen Oldtimer. Große Aufmerksamkeit genießen natürlich US-amerikanische Straßenkreuzer, wie etwa der Ford-Mustang. "Ein Freilichtmuseum der Automobilgeschichte" kündigt Kapp noch an. Vom ehrwürdigen Ford A 2 door aus dem Jahr 1928, der schnittigen Corvette C1 Baujahr 1959, bis zum äußerst seltenen Apollo 3500 GT Baujahr 1963 gibt es Autos nahezu aus jeder Fertigungsepoche zu bewundern.

Die Teilnehmer der "10-Seen-Classic-Rallye" passieren auf der Fahrt ins Oberland auch Murnau. Dort wird von 12 Uhr an eine Mittagspause in der Fußgängerzone stattfinden. Am Nachmittag gegen 15.30 Uhr steht in Grafrath an der Hauptstraße vor der Volksschule eine "Sonderprüfung" an. In exakt 30 Sekunden müssen die Autos eine abschüssige Strecke mit ausgeschaltetem Motor bewältigen. Gegen 16 Uhr werden die ersten Autos zurück an der Stadthalle in Germering erwartet. Die Abendveranstaltung mit Siegerehrung findet anschließend im Restaurant Hu in den Germeringer-Einkaufs-Passagen (GEP) statt.

10-Seen-Classic-Rallye, Germering, Sonntag, 5. Oktober, Beginn um 9 Uhr, Untere Bahnhofstraße (Stadthalle)

© SZ vom 06.10.2017
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