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Alling:Kein Bedarf für Ganztagsschule

Für Betreuung der Grundschüler nach dem Unterricht reichen in Alling die Hortplätze aus

In Alling besteht derzeit kein Bedarf, eine Ganztagsschule einzurichten. Dies hat eine von der vorübergehenden Schulleiterin Isabel Martins initiierte Elternbefragung ergeben. Eine Elterninitiative "X-Kids-Alling" wünscht sich jedoch zusätzlich als Alternative zum Hortangebot eine Mittagsbetreuung. Da offensichtlich derzeit weder im Hort noch in der Schule noch bei der Gemeinde Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, kann zum Schuljahresbeginn der Dringlichkeitsantrag der Elterninitiative jedoch nicht erfüllt werden. Der Gemeinderat hat nach zum Teil kontroverser Beratung beschlossen, erst einmal den tatsächlichen Bedarf zu prüfen, bevor weitere Entscheidungen gefällt werden.

Auf Drängen von Vizebürgermeister Hans Schröder (parteifrei) soll aber "so schnell wie möglich" eine Mittagsbetreuung eingerichtet werden. Man sollte alle Möglichkeiten prüfen, vorübergehend könnte eventuell auch die Mehrzweckhalle genutzt werden, schlug Schröder vor. Martins, die zusätzlich zu ihrer Hauptaufgabe als Rektorin der Philipp-Weiß-Grundschule die Allinger Grundschule leitet, bis eine Neubesetzung erfolgt ist, machte deutlich, dass von Eltern kaum Interesse an einer Ganztagsbetreuung geäußert worden und das Hortangebot somit eigentlich ausreichend sei. Laut Einrichtungsleiter Christian Stangl ist der Hort mit vier Gruppen weitgehend ausgelastet, einen Stau wird es zum Schuljahresbeginn nicht geben. 2018/19 sei erstmals die Belegung der 75 verfügbaren Plätze überschritten worden.

Da die Container-Lösung für den Kindergarten gekommen sei, haben man dies bewältigen können. Da die Nutzung des Container-Standortes mit der katholischen Kirchenstiftung bis Ende September 2021 geregelt sei, sei bis zur Eröffnung des neuen Hauses für Kinderbetreuung eine Übergangslösung geschaffen worden, befand Bürgermeister Frederik Röder (CSU), aber es seien eben keine freien Räume vorhanden. Simone Stenzer (Freie Wähler) brachte die Nachbarschaftshilfe (NBH) ins Gespräch, die früher jahrelang die Mittagsbetreuung gehabt habe und damit Erfahrung hätte. Zehn Jahre habe die NBH die Kinder über die Mittagszeit einschließlich Verpflegung betreut, erinnerte SPD-Gemeinderat Hubert Winkler und schlug vor, diese Möglichkeit mit auszuloten. Der Bürgermeister indes warnte davor, der Elterninitiative Hoffnungen zu machen, bevor nicht alle zu berücksichtigenden Faktoren geprüft seien. "An erster Stelle müssen wir wissen, wie viele Eltern das zusätzliche Angebot tatsächlich nutzen würden", sagte der Gemeindechef. Zu beachten sei auch, dass Hort und Mittagsbetreuung nebeneinander in gewisser Weise in Konkurrenz treten könnten. Außerdem sei die Umwandlung in Ganztagsschulen ein Ziel der Staatsregierung.

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