Abstimmung Kirchenvorstände stehen zur Wahl

Wahlwerbung (von links): Vertrauensfrau Heidi Haberer, Vertrauensmann Jochen Heber sowie die Pfarrerinnen Sigrid Schott-Breit und Ursula Leitz-Zeilinger von der Erlöser- und der Gnadenkirche in Fürstenfeldbruck.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Die Mitglieder der evangelischen Pfarrgemeinden sollen ihr Mitbestimmungsgremium küren. In Fürstenfeldbruck haben bereits zehn Prozent der Stimmberechtigten per Brief gewählt

Von Katharina Knaut, Fürstenfeldbruck

Es ist der Herbst der Wahlen: Nicht nur der Landtag wird in Bayern neu gewählt, auch die evangelischen Kirchenvorstände werden am 21. Oktober neu bestimmt. Kurz vor der Wahl erläutern Vertreter von Erlöser- und Gnadenkirche, was die Wahl für die Gemeinden bedeutet. Der Kirchenvorstand entspricht dem Prinzip eines Gemeinderats, erklärt Jochen Heber, Vertrauensmann der Gnadenkirche. Die gewählten Vertreter tragen die Verantwortung für Finanzen, Gebäude sowie Grundstücke und entscheiden über die Gestaltung der Gottesdienste. In ihren Zuständigkeitsbereich fallen auch größere Projekte. So plant die Gnadenkirche für die nächste Wahlperiode die Generalsanierung des Kindergartens, während die Erlöserkirche die Renovierung ihrer Kirche angehen will, die bereits seit Jahren im Gespräch ist. Durch die Wahl erhalte der Kirchenvorstand die demokratische Legitimation, Entscheidungen zu treffen, betont Heber. Daher sei es auch wichtig, die Wahl bekannt zu machen und möglichst viele zur Stimmenabgabe zu animieren.

Bereits seit einem halben Jahr werben die beiden Kirchen in der Gemeinde. Mit Erfolg: Zehn Prozent in Fürstenfeldbruck haben ihre Stimmen per Briefwahl bereits abgegeben. "Die allgemeine Briefwahl nutzen viele", so Heber. Durch einen neuen Wahlablauf auch bequem möglich: In diesem Jahr erhalten alle Wahlberechtigten per Post den Wahlausweis und den Stimmzettel, außerdem einen Wahl- und Rücksendeumschlag für die Briefwahl. Darin können die ausgefüllten Unterlagen und der Ausweis einfach zurückgeschickt werden. Wird die persönliche Stimmabgabe bevorzugt, ist auch die Urnenwahl am 21. Oktober möglich. Insgesamt hoffen Erlöser- und Gnadenkirche auf eine Wahlbeteiligung von 20 Prozent. Eine Überschattung durch die Landtagswahl sieht man dabei nicht, im Gegenteil: Dadurch sei die Zahl der Wähler sogar gestiegen. "Die Landtagswahl verstärkt das Bewusstsein für die Wahl," meint Sigrid Schott-Breit, Pfarrerin der Versöhnungskirche.

Wahlberechtigt sind alle Gemeindemitglieder, die das 14. Lebensjahr vollendet haben und konfirmiert sind. Andernfalls ist die Wahl erst ab 16 Jahren möglich, wobei man mindestens drei Monate Mitglied der Gemeinde sein muss. Wie viele Namen angekreuzt werden können, hängt von der Zahl der zu wählenden Vorständen ab. Im Falle der Erlöser- und der Gnadenkirche kandidieren 14 Personen, acht Vorstände müssen gewählt werden, dementsprechend können auch acht Stimmen vergeben werden. Zur Wahl stellen können sich die Mitglieder einer Gemeinde ab 16 Jahren, "die sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet wissen und durch ihre Teilnahme am kirchlichen Leben Vorbild sind", wie es auf der Internetseite der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern heißt.

Insgesamt sei die Mischung unter den Bewerbern sehr gut, findet Haberer. "Es kandidieren Männer und Frauen unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Berufen." Auf diese Weise könne man die anstehenden Projekte mit vielen unterschiedlichen Sichtweisen angehen. Unter anderem die Familienarbeit: "Wir wollen wieder mehr Kinder und Familien erreichen. Die Werte wie Vergebungsbereitschaft und Toleranz werden in den Familien nicht mehr gelebt, so Heber.

Richtig angehen wird man die Projekte aber wahrscheinlich erst im nächsten Jahr. Die erste Arbeitssitzung findet voraussichtlich im Januar statt, so Ursula Leitz-Zeilinger, Pfarrerin der Gnadenkirche. In der ersten Sitzung Anfang November werden zunächst zwei der nicht gewählten Kandidaten nachträglich in den Vorstand berufen. Der endgültige Vorstand wird im Gottesdienst am 2. Advent vorgestellt.