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Zum Auftakt eine Lesung:Aufmerksamkeit wecken

Der Yeti in Bhutan

Mit Bhutan, dem Land des Donnerdrachens, beschäftigt sich ein Vortrag während der Tibet-Tage.

(Foto: Nick Kaiser/dpa)

In Freising finden die zehnten Tibettage statt

In Freising finden wieder Tibettage statt. Zum zehnten Mal werden sie von der Regionalgruppe der Tibet Initiative Deutschland organisiert, um auf die schwierige Lage in der Region aufmerksam zu machen. Vom 7. bis zum 24. November wird den Besuchern in Freising die tibetische Kultur auf unterschiedliche Art und Weise näher gebracht. Bereits an diesem Mittwoch findet am Nachmittag von 15 bis 16 Uhr zum Auftakt eine Lesung für Kinder in der Stadtbibliothek, Weizengasse 3, statt. Inhalt ist ein tibetisches Märchen mit dem Titel "Die drei Silbermünzen", in welchem ein tibetischer Junge mit lediglich drei Geldstücken aufbricht, um sein Glück zu suchen.

Auf eine winterlichen Reise in die Mongolei lädt am Sonntag, 18. November, Sebastian Holzner in die ökumenische Hochschulgemeinde, Hohenbachernstraße 9, ein. Die mongolische Kultur ist eng mit der tibetischen verbunden, weshalb passend zu dem Lichtbildervortrag im vergangenen Jahr, welcher den Sommer in der Mongolei zeigte, nun Eindrücke aus dem Winter folgen werden. Auch Gangaamaa Purevdorj ist an diesem Abend zu Gast und ergänzt den Vortrag mit einer Buchvorstellung, welche die Mongolei mit biografischen Einflüssen beleuchtet. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Am selben Ort zur gleichen Uhrzeit finden dann noch zwei weitere Veranstaltungen statt. Ein Vortrag am Mittwoch, 21. November, hat die brisante politische Situation Tibets zum Thema. Dass Tibet auf die UN-Agenda kommt, sei dem Verein ein Herzensanliegen, sagt Andreas Printz, Mitglied der Freisinger Gruppe. Dafür wird auch einer der wenigen Stimmen aus Tibet Raum gegeben. Shokjang, der selbst von der chinesischen Regierung inhaftiert wurde, liest aus seinem Buch "Für Freiheit bereue ich nichts - politische Essays und Gedichte", anschließend wird ein Film gezeigt, in welchem mehrere Tibeter zu Wort kommen.

Zu guter Letzt entführt Ferl Schreyer am Samstag, 24. November, die Gäste in der Hochschulgemeinde auf eine Reise nach Bhutan, das er schon oft als Reiseleiter besucht hat. Der Eintritt ist stets frei, Spenden sind erwünscht.

Die Initiative ist deutschlandweit aktiv und setzt sich aus einer Vielzahl regionaler Gruppen zusammen, die sich für Tibet engagieren. Seit 2008 veranstaltet die Freisinger Gruppe die Tibettage und erhofft sich dadurch nicht nur Spenden für den Verein, sondern will das Thema stärker in das Bewusstsein der Bürger rücken, denn die Situation in Tibet ist für die Menschen nach wie vor schwierig. Die von China besetzte Region hat unter dem mächtigen Nachbarn zu leiden. Systematisch werden dort kritische Stimmen bekämpft und die tibetische Kultur unterdrückt.

So müssen Kinder in den Schulen chinesisch lernen und Dorfbewohner werden mitunter gezwungen, an jedem ihrer Häuser chinesische Flaggen zu hissen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Zudem wird die Region von der Außenwelt so stark wie möglich abgeschottet, damit keine Informationen in die internationale Öffentlichkeit gelangen, wenn die Regierung in Peking damit nicht einverstanden ist. Gegen all dies möchte der Verein trotz der vielen Hürden ankämpfen.

© SZ vom 07.11.2018 / witj

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