Was SZ-Leser wissen wollen Neue Heimat für Insekten

Wie die Stadt Freising noch bienenfreundlicher werden will

Von Nadja Tausche, Freising

Über was soll eine Lokalzeitung wie die Freisinger SZ berichten? Über Stadtrats- und Kreistagssitzungen selbstverständlich, über Konzerte oder Sportereignisse natürlich auch. Aber was interessiert die Leser über diese "klassischen" Artikel hinaus? Die Redaktion hat die Facebook-Seite der SZ genutzt und gefragt: Was interessiert die Menschen im Landkreis? Welche Fragen aus ihrer Lebenswirklichkeit kann die SZ beantworten, welche Vorgänge öffentlich machen? Die letzte Frage der ersten Runde lautete: "Plant die Stadt Freising die Anpflanzung von ,bienenfreundlichen' Blumen im öffentlichen Raum?"

Am besten beantworten kann das Heidi Kammler, sie ist Stadträtin und Grünlandbeauftragte der Stadt Freising. Das Wichtigste: In der Stadt gibt es bereits bienenfreundliche Blumen, so sagt es Kammler im Interview mit der SZ. Auf den kleinen Inseln am Fürstendamm etwa sei früher nur Rasen gewachsen, heute finde man dort verschiedenste Blumen, Gräser und Kräuter. Und die klassischen Rabatten mit Tulpen und Narzissen gebe es in der Stadt fast gar nicht mehr, meint sie. Was sich in Zukunft trotzdem noch verändern muss und wie insektenfreundlich eigentlich die Rosen in der Rosenstadt Freising sind, erklärt Kammler in nebenstehendem Interview.

Auch außerhalb der öffentlichen Flächen will die Stadt Freising jedoch die Artenvielfalt fördern. Deshalb hat sie einen Wettbewerb ins Leben gerufen, bei dem Besitzer von besonders insektenfreundlichen Gärten ausgezeichnet werden. Gedacht ist der Wettbewerb sowohl für Privathaushalte als auch für Firmen. Anlass für die Aktion ist der Umwelttag: Der steht unter dem Motto "Insektenvielfalt - Freising blüht auf!" und ist für die Kategorien Haus-, Balkon-, Schreber- und Firmengarten ausgeschrieben. Den Teilnahmebogen gibt es im Bürgerbüro, in der Touristinformation, in der Stadtbibliothek, im Bau- und Planungsreferat sowie online auf der Homepage der Stadt. Die Bewerbungen müssen bis 21. Juni abgegeben werden.

Auch in anderen Teilen des Landkreises ist das Thema insektenfreundliche Pflanzen präsent. Die Stadt Moosburg etwa unterstützt das Projekt einer Schülerin und verteilt Päckchen mit Pflanzensamen kostenlos an die Einwohner. Die Zwölfjährige hatte die Idee für ein Schulprojekt - weil Moosburg gleichzeitig etwas für die Artenvielfalt tun kann, hat Bürgermeisterin Anita Meinelt (CSU) das Projekt gemeinsam mit Valerie Fetzer im Rathaus präsentiert. Seitdem liegen die Päckchen im Rathaus aus. Einige wenige seien noch da, heißt es von Seiten der Stadt.