Sybille Schmidtchen aus Eching:Viele Impulse

Die frühere Gemeinderätin, 74, engagiert sich seit Jahren für Kinder und die Kultur

Bei Sybille Schmidtchen trifft großes Organisationstalent auf kleines Schlafbedürfnis. Anders lassen sich 42 Jahre Schuldienst, die späte Promotion inklusive Lehrauftrag und 24 Jahre im Gemeinderat in Eching wohl nicht erklären. Ausschlaggebend war die Begeisterung, mit Kindern zu arbeiten: "Lehrerin zu sein war mein Leidenschaftsberuf", erzählt Schmidtchen. Die Gelegenheit, mit 50 noch promovieren zu können, sorgte für neue Inspiration. "Das hat mich wahnsinnig motiviert, ich hatte plötzlich ganz andere Impulse", erklärt die ehemalige Chemie- und Physiklehrerin.

Das Projekt Promotion hält sie zunächst geheim

Die Möglichkeit hatte sich schon am Anfang ihres Berufslebens ergeben, als Schmidtchen das Gesamtschulkonzept an einer Schule in Kamen mit aufbaute. Für ihren Mann, der eine Stelle an der Universität Berkeley in Kalifornien angenommen hatte, sagte sie das Angebot ab. "Ich dachte, ich bin ja noch so jung, das kommt noch mal." Das Projekt Promotion sollte bis zum Abschluss geheim bleiben. "Ich hatte von anderen gehört, die dann nach und nach aufgegeben haben. Die Blöße wollte ich mir nicht geben", berichtet die 74-Jährige. Dass dann trotz gegenteiliger Ankündigung der Hochschulprofessoren doch ein Lehrauftrag für die Mittelschullehrerin raussprang, beflügelte sie umso mehr.

Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement prägt sie auch nach Ende ihrer Zeit als SPD-Gemeinderätin das Echinger Kulturleben. Neben ihrer Arbeit für die Musikschule rief sie 2014 das Kulturforum ins Leben, um ein integratives Angebot für Jung und Alt zu schaffen. Auch am langjährigen Lernpatenprojekt hält sie weiterhin fest.

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