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Prints, Videos, Interaktives:Die abstrakte Welt der Pixel

Ausstellung im Schafhof widmet sich der "Glitch Art", einer Kunstform, die sich mit der Ästhetik des Fehlers beschäftigt

"Glitch Art - Die Kunst des Fehlers" ist das Thema der nächsten Ausstellung im Freisinger Schafhof. Zu sehen sind Prints, Videos und interaktive Computerarbeiten vom 12. Dezember bis zum 31. Januar. Die Bezeichnung "Glitch Art" wird in der Bildenden Kunst zur Bezeichnung einer Kunstrichtung benutzt, die sich mit der Ästhetik des Fehlers beschäftigt. Der Ausgangspunkt sind sogenannte "Errors" oder "Bugs" in technologieabhängigen Medien wie Fotografie, Video und elektronische Bilder.

Diese "Fehler" schärfen die Aufmerksamkeit für die bestehenden, richtigen Strukturen. Sie sensibilisieren die Wahrnehmung für das visuelle Umfeld, indem durch die Auffälligkeit von Unregelmäßigkeiten Motive erst wieder sichtbar werden, die in der Bilderflut in Medien und öffentlichen Raum so selbstverständlich geworden sind, dass man sie nicht mehr als Bilder wahrnimmt.

Die beiden Künstler, die im Schafhof Glitch Art vorstellen, gelten als zwei herausragende Vertreter und Aktivisten dieses Bereichs. Rosa Menkman, geboren 1983 in Arnhem, lebt und arbeitet in Amsterdam. Sie ist Autorin des "Glitch Studies Manifesto". Die Künstlerin und Theoretikerin befasst sich mit Artefakten des visuellen Rauschens, die aus Störungen in analogen sowie digitalen Medien resultieren (zum Beispiel Glitch-, Kodierungs- und Rückkopplungsartefakte). Entgegen der allgemeinen negativen Wahrnehmung dieser Störungen betont Rosa Menkman ihre positive Dimension. Im Schafhof zeigt sie anhand eigener Arbeiten einen Überblick über die Entwicklung der Glitch Art. In ihrer neusten interaktiven Videoinstallation können die Besucher die abstrakte Welt der Pixel spielerisch erkunden.

Nick Briz lebt und arbeitet in Chicago, wo er auch 1986 geboren wurde. Der Medienkünstler, Dozent und Veranstalter ist ein Aktivist der digitalen und experimentellen Medienkultur und beschäftigt sich vor allem mit der Arbeit und Forschung über Glitch Art, Remix-Kultur und digitaler Alphabetisierung. Er beschäftigt sich neben seiner künstlerischen Arbeit mit Forschung und Theorie zum Thema und lehrt unter anderem am School of the Art Institute of Chicago. Im Schafhof zeigt er drei frühere Videos und eine aktuelle Online-Applikation, in der die Besucher selbst Glitch erzeugen können.

"Glitch Art", Schafhof, 12. Dezember bis 31. Januar. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14 bis 19 Uhr, Sonntag und feiertags 11 bis 19 Uhr.

© SZ vom 10.12.2015 / bt

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