Lastwagen kippt Bauschutt ins Wasser Aufregung am Badesee

Material für Damm am Pullinger Weiher erkennbar verunreinigt

Von bt/weig

Ein Lastwagen, mit dem am südlichen Ufer des Pullinger Weihers Bauabfälle abgeladen worden sind, hat am Freitag für Unruhe unter den Badegästen gesorgt. Die Firma "Kronthaler Kies" ist derzeit damit beschäftigt, am Südufer einen Damm für ein Absetzbecken aufzuschütten. Den Bau hat das Landratsamt Freising genehmigt, allerdings nur unter der Bedingung, dass unbelasteter Erdaushub nach den Vorgaben des Abfallrechts verwendet werde. Tatsächlich lieferte das Unternehmen am Freitag jedoch augenscheinlich verunreinigtes Material an: Im aufgeschütteten Wall fanden sich nach Erkenntnissen des Landratsamtes Bauschutt sowie Reste von Ziegeln, Styropor und Plastik.

Das Landratsamt hat nun nach Aussagen von Sprecherin Eva Dörpinghaus verfügt, dass die gesamte letzte Fuhre aus dem Damm wieder entfernt werden muss. Außerdem müsse die Firma Kronthaler sichtbare Verunreinigungen beseitigen und ferner auf eigene Kosten den restlichen Damm von einem unabhängigen staatlichen Institut "beproben" lassen, wie das im Fachjargon heißt. Es gebe für so etwas Spezialfirmen, die vor allem auf Kieswerke ausgerichtet seien. "Erst wenn die Ergebnisse dieser Untersuchung feststehen, wird darüber entschieden, ob alles wieder raus muss", so Dörpinghaus weiter. Auch das Wasserwirtschaftsamt habe Proben entnommen. Man rechne bis Donnerstag mit ersten Analyse-Ergebnissen.

Die Nähe der Ablagerungen zum See hatte am Freitagnachmittag Badegäste alarmiert, die um die Wasserqualität des beliebten Weihers fürchteten. Die Polizei wurde benachrichtigt, die die Anlieferung der Bauabfälle umgehend stoppte und ihrerseits das Landratsamt als zuständige Aufsichtsbehörde verständigte.

Das Unternehmen selbst erwartet keine weitgreifenden Konsequenzen nach diesem Vorfall. Wie vereinbart, sei unbelastetes Erdmaterial verwendet worden, so Manfred Schneider aus der Geschäftsleitung von "Kronthaler Kies". Die Reaktion der Badegäste bezeichnete er als "übertrieben". "Die vereinzelten Plastikfetzen und Ziegelsplitter werden wir aber entfernen", sagte er weiter. Der Vorfall erregt vor allem darum besondere Aufmerksamkeit, weil erst kürzlich im Stoibermühlsee Perfluorierte Tenside entdeckt worden waren, eine Industriechemikalie, deren Herkunft noch nicht geklärt ist. Auch die Entwarnung der Behörden, die Chemikalie stelle in der aufgefunden Konzentration keine Gefahr für die Badegäste dar, hatte nicht alle beruhigen können. Auch die Pullinger Badegäste haben aus diesem Grund sofort reagiert.