Kultur im Landkreis Liebe zur Schauspielerei früh entdeckt

Thomas J. Heim in einer Szene aus "Jack the Ripper" mit der Bühne Moosburg.

(Foto: privat)

Seit er zehn Jahre alt ist, steht Thomas J. Heim aus Moosburg auf der Bühne, inzwischen hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. So oft es geht, kommt er in seine Heimatstadt zurück.

Von Till Kronsfoth

Der Schauspieler Thomas J. Heim lebt und arbeitet in München. Der 22-Jährige ist gebürtiger Moosburger und zurzeit in gleich zwei Theaterstücken zu sehen: in "Die Feuerzangenbowle" sowie in der Komödie "Da Grantlhuaber". Neben der Schauspielerei ist er stellvertretender Vorsitzender der Bühne Moosburg und arbeitet ehrenamtlich als Lektor in einem Münchner Theaterverlag.

SZ: Herr Heim, Sie haben als Zehnjähriger mit dem Schauspielen angefangen. Wie kam es dazu?

Thomas J. Heim: Ich habe bereits in der zweiten Klasse in der Grundschule in kleinen Theaterstücken gespielt. Da unsere Lehrerin, die dies an der Schule leitete, leider nicht mehr da war, fehlte mir das Spielen ein wenig. Durch Klara Fenderl vom Kolpingtheater Moosburg erfuhr meine Mutter dann, dass es dort eine Jugendgruppe gibt. In diese bin ich dann als Zehnjähriger eingestiegen. Dort hat alles begonnen.

Nach Ihrem Realschulabschluss waren Sie als Speditionskaufmann tätig. Wann wurde Ihnen klar, dass die Schauspielerei für Sie mehr ist als ein Hobby?

Eigentlich weit vor der Ausbildung. Da aber auch klar war, dass es nicht einfach werden würde, mit dem Schauspiel sein Geld zu verdienen, entschied ich mich erst mal dafür, etwas "Gescheites" zu lernen, wie man so schön sagt. Kurzzeitig habe ich mich damit abgefunden, dass das Theater spielen vielleicht nur ein Hobby bleibt, allerdings nicht lange. Nach Ende der Ausbildung wurde ich in dem Betrieb übernommen, wobei mir da schon klar war, dass das nicht von Dauer sein wird.

Sie sind gebürtiger Moosburger, leben und arbeiten aber in München. Dort sind Sie zurzeit in gleich zwei Stücken zu sehen. Darüber hinaus sind Sie stellvertretender Vorsitzender der Bühne Moosburg. Finden Sie neben der vielen Arbeit und Ihrem Studium noch Zeit, hin und wieder nach Hause zu fahren?

Sehr selten. Leider ist es tatsächlich so, dass Schauspielschule, verschiedene Theaterprojekte, die Arbeit in einem Verlag sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Vor allem die Abende sind natürlich davon betroffen, an denen man früher was mit Freunden oder Familie gemacht hat. Das war mir von Anfang an klar und das muss man auch in Kauf nehmen, wenn man sich für diesen Beruf entscheidet.

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Ihre Kollegin Irene Hermann von der Bühne Moosburg sagte unlängst: "Thomas J. Heim ist mittlerweile der siebte Spieler, der bei uns das Schauspielhandwerk erlernt hat. Es ist jedes Mal bedauerlich, gute Spieler zu verlieren, erfüllt uns aber gleichzeitig mit Stolz, Sprungbrett für die Bretter, die die Welt bedeuten, zu sein." Werden Sie Moosburg auch in Zukunft erhalten bleiben?

So wie es aktuell aussieht, werde ich wohl im Sommer erst einmal wieder nach Moosburg zurück ziehen. Mir gefällt München sehr gut, aber es ist eine sehr schnelllebige und hektische Stadt, da vermisse ich mein Moosburg mit all meinen Freunden und Bekannten schon oft. Wie es dann weiter geht, wird sich zeigen, aber es ist schön zu wissen, dass man ein festes Daheim hat, in dem sich nicht allzu viel verändert.

Sie werden voraussichtlich in diesem Jahr Ihr Studium an der Internationalen Schule für Schauspiel und Acting in München abschließen. Haben Sie schon eine Idee, wohin es Sie danach verschlagen wird? Gibt es Angebote für zukünftige Engagements?

Ich bin mit einigen Bühnen und Theaterhäusern im Gespräch, allerdings planen diese teilweise sehr weit im Voraus, das heißt, es geht oft um Engagements für 2020,2021 oder noch später. Am 6. Januar war die letzte Vorstellung der "Feuerzangenbowle" in der Komödie im Bayerischen Hof, allerdings stehen die Chancen gut, dass es bereits in ein paar Monaten damit schon wieder weitergeht. Auch die Zusammenarbeit mit dem Landstorfer Ensemble hat sich bewährt, wenn es sich terminlich irgendwie ausgeht, soll es auch da weitergehen.

Deutsche Schauspieler schaffen vereinzelt immer wieder den Sprung über den großen Teich. Mit welchem Hollywoodproduzenten oder -regisseur würden Sie am liebsten einmal zusammenarbeiten, wenn sich die Gelegenheit böte?

Das ist natürlich schon ein sehr großes Ziel, aber groß träumen darf man ja immer. Ich bin ein großer Fan der Serie "American Horror Story" von Ryan Murphy. So ein Format mit diesem Regisseur und Drehbuchautor würde mich sehr reizen, zumal man das hierzulande nicht so findet. Es ist schon ein außergewöhnliches Zusammenspiel von Schauspiel und künstlerischer Gestaltung.