bedeckt München

Kommentar:Herausforderung auch für Pendler

Gerade auf dem Land ist der Umstieg auf Bus und Bahn schwierig

Von Birgit Goormann-Prugger

Die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre ist nach aktuellen Messungen der Klimaforscher noch nie so schnell gestiegen wie im vergangenen Jahr. Die Klimaerwärmung schreitet also rasanter voran denn je. Da mag so mancher ins Grübeln kommen, ob es wirklich etwas genutzt hat, dass er seinen alten, durchaus funktionstüchtigen Kühlschrank entsorgt und ihn stattdessen gegen ein neues Gerät mit der höchsten Energieeffizienzklasse ausgetauscht hat. Er mag sich fragen, ob seine Investition in eine Solaranlage langfristig wirklich etwas bringt. Und er mag darüber nachdenken, ob er wirklich etwas gegen den Klimawandel unternehmen kann, wenn er sich täglich aufs Rad schwingt, um, sagen wir mal von Neustift oder Lerchenfeld aus, in die Freisinger Innenstadt zu radeln - vorbei an den vielen Mitbürgern im Auto, die das eben nicht tun.

Umso mehr ist das Engagement der beiden Klimaschutzbeauftragten im Freisinger Landratsamt, Albrecht Gradmann und Moritz Strey, zu würdigen, die wohl oft das Gefühl haben, einen aussichtslosen Kampf für den Klimaschutz auszufechten und dennoch nicht aufgeben.

Den Individualverkehr nennen die beiden als eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur angestrebten Energiewende. Die Vermeidung stehe hier an erster Stelle, sagen sie und: "Fährt jeder alleine mit dem Auto, ist das nicht gerade effizient." Das ist einleuchtend. Nun mag man bei dem Stadtbewohner gerade noch Erfolg haben, wenn man an sein Gewissen appelliert, damit er das Auto stehen lässt. Doch auf dem Land ist der Öffentliche Personennahverkehr nach wie vor keine echte Alternative. Hier eine spürbare Verbesserung in Sachen Klimaschutz zu erzielen, das ist im großen Landkreis Freising mit seinen zahlreichen Pendlern, die mobil sein müssen, wohl die größte Herausforderung.

© SZ vom 03.11.2017
Zur SZ-Startseite