Freisings grüne Hänge:Alter Bewuchs ist wichtiger Schutz

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Bäume und Sträucher helfen in Zeiten der Klimaerwärmung die Überhitzung in der Stadt zu lindern

Kommentar von Kerstin Vogel

Wer die Aufstellung eines Bebauungsplans gedanklich mit Reihenhäusern oder ganzen Wohnsiedlungen auf ehemals brach liegenden Flächen in Verbindung bringt, der liegt in den meisten Fällen natürlich richtig. Dass so ein Bebauungsplan auch ein Instrument sein kann, um wertvolle grüne Strukturen einer Stadt zu erhalten, dürften dagegen die Wenigsten auf dem Schirm haben. In der Stadt Freising weiß man das und macht es sich jetzt mit dem Bebauungsplan "Grüner Hang - Alte Poststraße" erstmals auch zunutze - besser jetzt als auch nur einen Tag später, möchte man meinen.

Denn die Stadt wird wohl noch für lange Jahre unter dem enormen Siedlungsdruck einer Boomregion zu ächzen haben und dass die Hangkante oberhalb der Alten Poststraße als prägendes Element des Stadtteils Neustift unter der Bautätigkeit der vergangenen Jahre bereits gelitten hat, ist kaum zu übersehen. Vereinzelt soll es tatsächlich schon zum Abrutschen von Hangteilen gekommen sein: Derartiges ist für jene, die ihre Häuser oben auf der Kante stehen haben, genauso übel wie für die Unterlieger, bei denen Schlamm und Dreck im Garten oder gar auf dem Hausdach landen.

Der alte Bewuchs des Hanges ist nicht nur optisch wichtig für das Stadtbild, er schützt auch tatsächlich vor Erosion und bildet einen wichtigen Faktor zur Abkühlung des innerstädtischen Klimas. Ihn jetzt noch rechtzeitig zu sichern, ist das Gebot der Stunde. Denn dass die Stadt Freising weiter auf Nachverdichtung wird setzen müssen, will sie nicht in einem gesichtslosen Siedlungsbrei zerfasern, dürfte ebenso unbestritten sein wie dass der Klimawandel in den kommenden Jahren und Jahrzehnten den Städten massiv zu schaffen machen wird.

Jetzt dafür Sorge zu tragen, dass die noch vorhandenen grünen Achsen der Stadt erhalten bleiben und nicht irgendwelchen Freisitzen und versiegelten Hangabstützungen zur Parkplatzgewinnung zum Opfer fallen, ist definitiv die richtige Entscheidung. Auch wenn die damit verbundenen Restriktionen manch einen Anlieger vielleicht verärgern mögen: Die Konsequenzen eines am Ende möglicherweise großflächig abrutschenden Hangs dürften noch sehr viel ärgerlicher ausfallen.

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