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Freisinger Westtangente:"Da müssen wir durch"

Politiker diskutieren im Kreisausschuss über Kostenanstieg

Von Peter Becker, Freising

Die Kostensteigerung bei der Freisinger Westtangente geht am Landkreis Freising nicht spurlos vorüber. Die Projektkosten sind mittlerweile auf 133,8 Millionen Euro geklettert. Der Landkreis hatte sich vor Jahren dazu verpflichtete, die Hälfte der nicht förderungsfähigen Kosten für die Umgehungsstraße zu übernehmen. Demzufolge beträgt sein Kostenanteil nunmehr 22,85 Millionen Euro. Zuvor lag er bei 18,5 Millionen. Bisher hat der Landkreis eine Summe von 12,27 Millionen an die Stadt Freising überwiesen. Bis Ende des Jahres ist ein weiterer Betrag von 1,73 Millionen Euro fällig. Darüber informierte die Verwaltung im Kreisausschuss des Kreistags.

Franz Piller, Projektleiter der Stadt Freising, erläuterte den Kreisräten, warum es zu der neuen Kostensteigerung gekommen ist. Er machte Grunderwerb, die gestiegenen Preise bei der Auftragsvergabe sowie hydrogeologische und geologische Hindernisse im Untergrund der Baustelle dafür verantwortlich. Weil die Arbeiten Schlag auf Schlag gehen müssten, könne die Stadt nicht den günstigsten Zeitpunkt einer Ausschreibung abwarten, sagte Piller. Konjunkturell bedingt habe es bei einem Gewerk eine Kostensteigerung um 400 000 Euro gegeben, schilderte Piller.

Toni Wollschläger (Grüne) äußerte den Verdacht, dass bei den Probebohrungen nicht sorgfältig genug vorgegangen worden sei. Er nannte es einen Fehler, dass der Landkreis sich auf die Vereinbarung eingelassen habe, "die Hälfte von wer weiß wie viel" zu bezahlen. Ob es nicht eine Art von Notbremse gebe, wollte er wissen. Mit dem Bau der Westtangente alleine sei es nicht getan, es gehe auch um die anschließende Isarbrücke und die sich dahinter befindliche Abzweigung Richtung Flughafen. "Da bricht jetzt schon der Verkehr zusammen."

Rainer Schneider (Freie Wähler) kann dagegen keine Planungsfehler bei der Stadt Freising erkennen. Eine Notbremse gebe es nicht. "Da müssen wir durch." Freisings Oberbürgermeister und Kreisrat Tobias Eschenbacher (Freisinger Mitte) wies den Verdacht zurück, der Untergrund sei nicht sorgfältig untersucht worden. Die Befunde seien nicht vorhersehbar gewesen. Eschenbacher erinnerte daran, dass die Stadt die Westtangente, bei der es sich eigentlich um eine Kreisstraße handele, in Sonderlast baue. Und weil die Stadt das größte Gewerbeaufkommen im Landkreis habe, fließe über die Kreisumlage wieder Geld zurück in die Kasse des Landkreises. "Was Piller gesagt hat, ist einleuchtend", sagte Anton Neumaier (SPD) zur Erklärung des Projektleiters.

© SZ vom 30.11.2019
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