Neue Filliale H & M kommt nach Freising

Anstelle des alten Bavaria-Kinos plant ein Investor einen Neubau mit drei Etagen und 1700 Quadratmetern Verkaufsfläche

Von Kerstin Vogel, Freising

Wer der Mieter sein wird, konnte man am Mittwoch im Planungsausschuss des Stadtrats auf den Plänen für die künftige Fassade an der Hauptstraße 8 ablesen: Dort war das Logo von H &M deutlich zu erkennen - und so können die Freisinger nun wohl davon ausgehen, dass der Textilriese seine seit Jahren diskutierte Filiale im Stadtzentrum eröffnen wird - und die Innenstadt damit den gewünschten "Magneten" erhält.

Drei Etagen und eine Verkaufsfläche von fast 1700 Quadratmetern sehen die Pläne vor - und seit gestern weiß die Öffentlichkeit auch, wer das ehemalige Bavaria-Kino von der Familie Fläxl gekauft hat. Es handelt sich um die "EEW GmbH Gesellschaft für Grundbesitz und Projektentwicklung". Deren Antrag auf Abriss des alten Gebäudes und einen anschließenden Neubau auf dem 750 Quadratmeter großen Grundstück hat der Planungsausschuss des Stadtrats am Mittwochnachmittag zugestimmt. 56,6 der insgesamt 84 erforderlichen Stellplätze dürfen abgelöst werden.

H&M gehöre zu den beliebtesten Marken bei jungen Leuten, sagte Planungsreferent Franz Bernack (FSM) - auch wenn ihm die geplante, moderne Fassade des Neubaus ebenso wie Stadtratskollege Karl-Heinz Freitag (FW) nicht so recht gefallen mochte. Freitag bemängelte unter anderem, dass dass man in aller Zukunft sehen werde, in welchem Jahrzehnt dieses Haus gebaut worden sei.

Diese Kritik wiederum brachte Sebastian Habermeyer (Grüne) auf die Palme. Die jetzigen Pläne seien Ergebnis der Beratungen im Gestaltungsbeirat, ärgerte er sich, und bei diesem handele es sich schließlich um ein vom Stadtrat beauftragtes Gremium aus Experten. Der Neubau an dieser Stelle sei vielmehr "ein großer Fortschritt für die Stadt, was die Innenstadtkonzeption angeht". Außerdem dürfe man auch in kommenden Jahrzehnten ruhig sehen, aus welcher Zeit dieses Gebäude stamme, so Habermeyer.

Die "EEW GmbH" hat das alte Bavaria-Kino von der Familie Fläxl gekauft. Es wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, in den dann H & M einzieht.

(Foto: Marco Einfeldt)

Es sei wichtig, dass es gelungen sei, einen H&M in die Innenstadt zu ziehen, betonte auch CSU-Stadtrat Rudi Schwaiger und warnte ebenfalls davor, die Kritik an der Fassade zu hoch zu bewerten: "Es steht uns nicht zu, hier Geschmacks-AlQaida zu spielen."

Die Familie Fläxl hatte das Bavaria-Kino im Jahr 2007 zum großen Bedauern der Freisinger für immer geschlossen. Noch im Februar des vergangenen Jahres hatte Paul Fläxl der Stadt Freising auch Pläne unterbreitet, nach denen er selber Abriss und Neubau für ein Bekleidungsgeschäft übernehmen wollte. 2014 aber entschieden die Fläxls anders und verkauften das 1956 gebaute Haus. Kritik an der künftigen Optik des alten Kinogebäudes war schon vor einigen Wochen von Günther Lehrmann, dem Vorsitzenden des Historischen Vereins in Freising, geäußert worden. Er fürchtete ebenfalls, dass sich der geplante Neubau nicht mit dem Schutz des Altstadt-Ensembles vereinbaren lässt. Das Landesamt für Denkmalpflege hatte nun aber weder gegen den Abriss des Kinogebäudes etwas einzuwenden, noch gegen den geplanten Neubau. Stadtheimatpfleger Norbert Zanker allerdings zog in seiner Stellungnahme vom Oktober ein recht ernüchterndes Fazit: "Beliebige Allerweltsarchitektur ohne eigenen Charakter und absolut nicht freisingtypisch".