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Diakonie Freising leistet psychische Hilfe:Krankheit der Eltern belastet auch die Kinder

"Mama, Du siehst jetzt aus wie ein Papa!" Mit dieser Reaktion einer Vierjährigen hatten eine an Krebs erkrankte Frau und Beate Drobniak von der Diakonie Freising nicht gerechnet. Beide hatten sie überlegt, wie sie der Kleinen schonend beibringen könnten, warum sich ihre Mutter die Haare abrasiert hatte, die ihr in der Folge einer Chemotherapie ausgingen. Die Diakonie biete Kindern und Jugendlichen von kranken oder gar gestorbenen Eltern in ihrem Projekt "Zusammen Halt finden" Hilfe an, schilderte Drobniak in der Vollversammlung der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG). Es besteht seit drei Jahren. 30 Kinder und 40 Jugendliche nehmen mittlerweile daran teil.

Drobniak sagte, dass diese Gruppe junger Menschen bislang kaum versorgt worden sei. Die Krankheit eines Elternteils stelle für ein Kind ein "Stigma" und eine besonders große Belastung dar. Möglicherweise entwickelten sie ein Schuldgefühl: Sie seien nicht brav gewesen und deshalb sei der Vater oder die Mutter krank geworden. Drobniak sagte, innerhalb der Familie finde eine Rollenverteilung statt. "Die Kinder übernehmen den Haushalt und sind allein gelassen." Mit der Krankheit der Erwachsenen gehen oft finanzielle Engpässe einher. Die Kinder haben laut Drobniak oft das Gefühl, sie dürften nicht mehr lachen. Sie hätten Angst, sich anzustecken und fragten sich, ob es anderen in ihrem Alter genauso gehe. Die Hilfe durch die Diakonie besteht darin, dass sie versucht, die Lebenskompetenz der Heranwachsenden zu stärken. Das seelische Gleichgewicht soll wieder hergestellt werden. Laut Drobniak finden monatliche Treffen statt. In denen können Kinder die Natur erleben oder kreativ gestalten. Drobniak kündigte an, sich wegen finanzieller Unterstützung an den Jugendhilfeausschuss zu wenden.