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Bilanz der Feuerwehr:"Höchste Eisenbahn"

Feuerwehr Freising

Befördert haben Kommandant Anton Frankl (links) und sein Stellvertreter Oliver Sturde (rechts) Andreas Unger, Dominik Ludewig (beide Löschmeister), Luisa Huesmann (Feuerwehrfrau) und Martin Großkopf (Oberfeuerwehrmann).

(Foto: OH)

Stadtbrandinspektor Frankl drängt darauf, den Neubau der Feuerwache 2 in Lerchenfeld zu beschleunigen

Über "viel Arbeit" hat Stadtbrandinspektor Anton Frankl bei der Jahreshauptversammlung der Freisinger Feuerwehr informiert: 433 mal musste die Feuerwehr in Freising demnach im Jahr 2018 ausrücken, mehr als 18 000 Stunden Feuerwehrdienst haben die Ehrenamtlichen bei 67 Bränden, 248 technischen Hilfeleistungen, 99 Fehlalarmen und 19 Feuersicherheitswachen geleistet. Die vielen Fehlalarme nannte Frankl einen "Dauerbrenner" , sei doch bis heute trotz vieler Bemühungen noch "kein richtiges Rezept gefunden worden, diese Zahl zu reduzieren."

Stabil ist die Personaldecke der Freisinger Feuerwehr. Der Mitgliederstand beträgt 313, wobei 205 Mitglieder aktiven Feuerwehrdienst in den beiden Feuerwachen leisten. Frankl warb vermehrt für die Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr. Die derzeit 18 Jugendlichen könnten Verstärkung durch weitere motivierte Feuerwehranwärter gebrauchen, sagte er.

Der Kommandant sparte nicht an Kritik: Der stockende Neubau der Feuerwache 2 sei langsam "ein leidiges Thema", ärgerte er sich. Zwar seien die ersten Planungen in einem Tempo vorangeschritten, das ungewöhnlich für eine Kommune sei, räumte Frankl ein. Doch nun ziehe sich das Ganze in die Länge. Er hoffe aber, "in Bälde positive Nachrichten zu hören". Schließlich sei es eine Pflichtaufgabe der Stadt, die Feuerwehr zu unterhalten und auszurüsten." Die beengten Platzverhältnisse in der Lerchenfelder Feuerwache seien im Feuerwehrbedarfsplan festgestellt worden. Nun wäre es "höchste Eisenbahn, dass wir mit diesem Projekt die Zukunft der Feuerwehr sichern", schloss Frankl.

Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher zeigte als Gast der Versammlung Verständnis für die Kritik Frankls. Der Neubau der Feuerwache 2 sei das wichtigste Projekt für die Zukunft der Feuerwehr, betonte er und informierte über die weitere Behandlung des Vorbescheidantrags in öffentlicher Sitzung des Planungsausschusses Mitte April. Gleichzeitig brachte er seine Zuversicht zum Ausdruck, dass der Antrag positiv beschieden wird und das Thema dann wieder "in der Geschwindigkeit vom Beginn" vorangebracht werden kann.

Besonders hob der Oberbürgermeister nochmals die überregionalen Einsätze der Freisinger Feuerwehr in Innichen und Traunstein hervor. Zum einen sei die Hilfe vor Ort "sehr wertvoll", zum anderen auch "eine europäische Leistung" gewesen. Es sei etwas ganz Besonderes, dass eine Städtepartnerschaft in der breiten Basis der Bevölkerung stattfinde und nicht nur auf politischer Ebene.

Thilo Kachel, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, berichtete von den zahlreichen Aktivitäten der Jugendgruppe, des Spielmannszuges und der Senioren, aber auch der Oldtimergruppe. Dabei rührte er kräftig die Werbetrommel für das bevorstehende 140. Jubiläum der Feuerwehr Freising-Lerchenfeld. Für den 24. Mai konnte der Kabarettist Django Asül für einen Auftritt in der Feuerwache gewonnen werden. Es sind noch Karten erhältlich (weitere Informationen dazu: www.feuerwehr-freising.de).

Einen Ausblick auf das kommende Jahr gab es zum Abschluss. Kommandant Anton Frankl wird im April 2020 aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl antreten. Sein bisheriger Stellvertreter Oliver Sturde stellte eine Kandidatur in Aussicht. Auch im Verein stehen im Herbst Neuwahlen für nahezu alle Ämter an.

© SZ vom 05.04.2019 / vo

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