Bedenken in Kirchdorf:Erst Grundstücke sichern

Aufträge für Radweg bei Haindlfing werden noch nicht vergeben

Von Peter Becker, Freising/Zolling

Ein Radweg, der im Nirwana endet, das käme einem Schildbürgerstreich ähnlich. Genau diese Bedenken hegt Uwe Gerlsbeck (CSU). Der Bürgermeister der Gemeinde Kirchdorf wollte deshalb wissen, wie weit die Grundstücksverhandlungen der Stadt Freising in deren Ortsteil Haindlfing gediehen sind. Ansonsten würden die geplanten Erweiterungen der Brückenkappen der Amperbrücke zwischen Palzing und Haindlfing gerade einmal dazu dienen, zwei Feldwege dies- und jenseits des Flusses miteinander zu verbinden. Haindlfing sei dann noch einen guten Kilometer entfernt. Im Kreisausschuss am Dienstag regte Rainer Schneider (Freie Wähler) deshalb an, etwaige Aufträge erst dann zu vergeben, wenn die Grundstücksfrage gelöst sei. Dem stimmte der Kreistag einen Tag später zu. Die Gesamtkosten für den Bau des Radwegs betragen etwa 3,3 Millionen Euro.

Ursprünglich war es nur um die Kostenanpassung gegangen, welche die Kreisräte zu genehmigen hatten. Im Jahr 2016 war das Tiefbauamt noch davon ausgegangen, dass auf der Brücke ein einfacher Betonschutz für Radfahrerinnen und Radfahrer genügen würde. Entsprechend waren die Kosten für den Radweg mit 670 000 Euro veranschlagt worden. Aufgrund der Erfahrungen, welche das Tiefbauamt 2020 mit dem Umbau der Brücke zwischen Kirchdorf und Burghausen an der Kreisstraße FS 9 gemacht hatte, kam die Behörde zu dem Schluss, dass der kostengünstigere Ansatz nicht möglich ist. Für den Bau eines ausreichend breiten und sicheren Radwegs sei ein größerer Eingriff in das Bauwerk nötig. "Wir waren zu optimistisch gewesen", entschuldigte sich Andreas Kämper, Sachgebietsleiter des Tiefbauamts. Seine Behörde habe bislang noch keine solche Brücke umgeplant.

Was die Grundstücksverhandlungen der Stadt Freising anbelangt, sagte Kämper, dass diese erst am Anfang stünden. Gerlsbeck sieht durchaus die Gefahr, dass der Bau des Radwegs daran scheitern könnte. Ernsthafter Widerstand dürfe keinesfalls unterschätzt werden, warnte der CSU-Kreisrat.

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