bedeckt München 14°

Ausgaben offengelegt:Teurer Rückzug

Gekipptes Wohnprojekt in Hallbergmoos hat bereits 417 000 Euro gekostet

Die Gemeinderatsfraktionen von Grünen und SPD weisen in einer Mitteilung darauf hin, dass das kürzlich mehrheitlich im Gemeinderat beschlossene Aus für das kommunale Wohnprojekt an der Predazzoallee ein teurer Rückzug war. Stefan Kronner (SPD) und Sabina Brosch (Grüne) nehmen Bezug auf eine Kostenliste, die Zweiter Bürgermeister Helmut Ecker auf ihren Antrag hin erstellt hat.

Danach sind seit dem Grundsatzbeschluss zu dem Projekt 2016 Kosten von mehr als einer halben Million Euro aufgelaufen, es wurden Planungen bis zur Leistungsphase vier, also der Genehmigungsplanung, beauftragt. Ausbezahlt wurden bisher 417 000 Euro für Architekt, Fachplaner und Projektsteuerer, etwa 602 000 Euro brutto waren vorgesehen. Die Gemeindeverwaltung selbst gibt ihren Aufwand für die Betreuung des Projekts mit 1550 Stunden an. Kronner und Brosch hatten außerdem um eine Liste mit allen gemeindlichen Grundstücken gebeten, die sich für kommunalen Wohnungsbau eignen könnten, auch wenn sie bereits für andere Maßnahmen überplant sein sollten. Hier wurde den Antragstellern eine Liste mit zehn Grundstücken übergeben. "Die werden wir uns mal genauer ansehen", so Brosch, und Kronner ergänzte: "Auch wenn wir da wieder bei Null anfangen müssen."

Der aktuelle Planungsstand für das Projekt "Mehrgenerationshaus Tassiloweg" interessierte die beiden Fraktionen ebenfalls. Hier sind die beteiligten Planer nach

Auskunft der Verwaltung bis einschließlich Leistungsphase zwei, der Vorplanung, beauftragt worden. Die Kosten hierfür werden auf etwa 822 000 Euro geschätzt. Davon wurden bereits knapp 675 000 Euro ausbezahlt. Im Haushalt 2021 und den Folgejahren sind die Projektkosten berücksichtigt.

© SZ vom 19.04.2021 / av
Zur SZ-Startseite