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Allershausen verabschiedet Haushalt:Die Gemeinde erledigt ihre Pflichtaufgaben

"Luxusposten" sind im Allershausener Haushalt für das laufende Jahr nicht vorgesehen

Von Petra Schnirch, Allershausen

Trotz Coronakrise spricht Allershausens Bürgermeister Martin Vaas (PFW) von einem "soliden Haushalt" für 2021. In ihrer jüngsten Sitzung haben die Gemeinderäte den Etat einstimmig und ohne Diskussionen verabschiedet. Das Gesamtvolumen liegt zwar etwas unter dem des Vorjahres. Aber es müsse ja nicht jedes Jahr ein neuer Rekordhaushalt sein, sagte Vaas. Geschoben haben die Gemeinderäte nur ein größeres Projekt. Über den Bau einer Aussegnungshalle soll nun Anfang 2024 entschieden werden. Denn das günstigste Angebot überstieg die Kostenberechnung von 800 000 Euro gleich um mehrere hunderttausend Euro.

Alles deutet darauf hin, dass auch 2021 finanziell ein gutes Jahr für Allershausen wird. Aufgrund des günstigen Gewerbemixes, so Vaas, liegt der Ansatz bei den Gewerbesteuereinnahmen wie schon 2020 bei 3,2 Millionen Euro - im vergangenen Jahr gingen letztlich sogar über vier Millionen ein. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer dürfte wegen der Coronakrise allerdings niedriger ausfallen und ist mit 4,14 Millionen Euro angesetzt (2020: 4,38 Millionen). An den Kreis muss die Gemeinde eine Umlage von 3,8 Millionen Euro abführen - sofern der Hebesatz nicht erhöht wird. Im vergangenen Jahr war es mit 3,56 Millionen etwas weniger. Doch die Steuerkraft der Gemeinde wird jetzt höher bewertet: Mit 1358 Euro pro Einwohner ist sie um sieben Prozent gestiegen, damit klettert Allershausen im Landkreis von Rang acht auf Platz sieben.

Das Gesamthaushaltsvolumen beträgt in diesem Jahr etwa 20,72 Millionen Euro, drei Prozent weniger als 2020. Der Verwaltungshaushalt für laufende Einnahmen und Ausgaben umfasst 12,6 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt für Investitionen 8,13 Millionen. Beleg für einen soliden Haushalt ist die vorgesehene Zuführung von 716 810 Euro vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt. Sie muss laut Gesetz mindestens so hoch wie die ordentliche Kredittilgung einer Kommune - Allershausen aber ist und bleibt schuldenfrei.

Die meisten Ausgaben und Investitionen, die in diesem Jahr geplant sind, fallen eher in die Rubriken Pflichtaufgabe oder Erhalt der Infrastruktur. "Wir erledigen unsere Aufgaben", bilanzierte Vaas, "Luxusposten" sei keiner dabei. Notwendige Arbeiten an Kläranlage sowie Pumpwerken und Drosselschacht schlagen mit 1,7 Millionen Euro zu Buche. Für die Sanierung des Wasserhauses sind 340 000 Euro vorgesehen, für die Erneuerung der Glonnbrücke in Oberallershausen 300 000 Euro. Wie das neue Bauwerk aussehen soll, entscheiden die Gemeinderäte voraussichtlich in ihrer nächsten Sitzung.

Ein Gehweg in Tünzhausen kostet 195 000 Euro, der Container für die sechste Gruppe im Gemeindekindergarten 200 000 Euro. Sie soll im September eingerichtet werden, dafür sind zwei neue Mitarbeiterinnen erforderlich. Für die Personalkosten der Kitas sind deshalb insgesamt 750 000 Euro im Etat berücksichtigt, 50 000 mehr als im Vorjahr. Insgesamt steigen die Personalkosten der Gemeinde um acht Prozent, auch im Bauhof soll ein Mitarbeiter eingestellt werden. Für die Reparatur des undichten Dachs der Schulturnhalle sowie für eine Beschattung in Teilen des Gebäudes rechnet Kämmerer Manfred Bosch mit Ausgaben von 260 000 Euro.

Ein klein wenig Luxus gibt es womöglich aber doch: Für den Grunderwerb zur Erweiterung der neuen Ortsmitte entlang der Glonn sind 1,1 Millionen Euro vorgesehen. Allerdings ist nicht gesichert, dass die Gemeinde das dafür benötigte Areal von der Eigentümergemeinschaft der Wohnanlage am Johannes-Boos-Platz kaufen kann. Wegen Corona sei noch keine Versammlung möglich gewesen, sagte Vaas, er gibt sich aber nach wie vor optimistisch, dass eine Lösung gefunden werde. Das erforderliche Grundstück nutzen die Bewohner derzeit als Parkplatz.

Im Neubaugebiet Eggenberger Feld-Süd verkauft die Gemeinde die ersten 19 Grundstücke zu 450 Euro den Quadratmeter. Einnahmen von etwa vier Millionen stehen in diesem Jahr Ausgaben von 538 000 Euro für restliche Erschließungsarbeiten zu Buche. Voraussichtlich können auch schon erste Reihenhausgrundstücke auf dem Areal verkauft werden. Die Rücklagen der Gemeinde schrumpfen bis zum Jahresende zwar voraussichtlich um 1,6 auf rund drei Millionen Euro, sollen dann aber wieder aufgefüllt werden.

© SZ vom 02.03.2021
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