Wechsel im Erdinger Stadtrat Elke Mack-Jäger gibt Mandat auf

Zu lange Fahrtzeit an den Arbeitsplatz: Gertrud Scheffelmann rückt für Ethik-Professorin nach

Von Antonia Steiger

Elke Mack-Jäger muss sich aus der Kommunalpolitik zurückziehen. Die Professorin für Christliche Sozialwissenschaft und Sozialethik sitzt seit 2008 für die CSU im Erdinger Stadtrat, ihre Arbeitsstelle ist jedoch an der Universität in Erfurt. Weil Ende 2011 die Flugverbindung zwischen München und Erfurt eingestellt wird, muss Mack-Jäger nun auf die Bahn umsteigen.

Und damit wird sich die Fahrzeit an den Arbeitsplatz für die verbeamtete Professorin so stark verlängern, dass sie an zwei Drittel der Sitzungen nicht mehr teilnehmen könne, wie sie sagt. "Ich bin sehr traurig", sagte Mack-Jäger. Sie habe diese Aufgabe sehr gerne erfüllt. "Aber es bringt nichts - weder dem Stadtrat noch der Fraktion oder mir." Nachrückerin ist eine Frau: Gertrud Scheffelmann. Sie halte viel von der Geschäftsführerin der Volkshochschule Erding, sagt Mack-Jäger. "Deswegen ist mir der schwere Schritt ein bisschen leichter gefallen."

Auf absehbare Zeit wird Mack-Jäger, die 2008 das mit Abstand beste Ergebnis unter den CSU-Frauen errungen hatte, wohl auch nicht in die Politik zurückkehren können. Nur wenn sich die Verbindungen deutlich verbesserten oder wenn sie ein Ruf an eine bayerische Universität ereile, sei ein Wiedereinstieg in die Kommunalpolitik sinnvoll. Mack-Jäger hatte im Wahlkampf für eine verbesserte Kinderbetreuung nicht nur in Erding, sondern in Bayern und Deutschland gestritten.

"Wir sind jetzt schon einen Schritt weiter", sagt sie. "Aber zufrieden bin ich noch nicht." Doch hat sie ein Umdenken beobachtet, wie sie sagt. Bayern sei zwar kein Vorreiter, aber Erding stehe im Vergleich mit Kommunen ähnlicher Größe gut da, sagt sie. In der Stadtratssitzung am Dienstag, 20. Dezember, wird sie voraussichtlich aus ihrem Mandat entlassen, in der ersten Sitzung im neuen Jahr könnte Gertrud Scheffelmann vereidigt werden.