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Wartenberg:Zuflucht für Flüchtlinge

Die ersten Jugendlichen ziehen in das Wartenberger Josefsheim ein

In das Wartenberger Josefsheim ziehen derzeit junge Flüchtlinge ein, die ohne ihre Familie nach Deutschland gekommen sind. Am vergangenen Montag kamen die ersten beiden an, diese Woche folgen die nächsten beiden, wie das Seraphische Liebeswerk (SWL) am Mittwoch mitteilte. Noch zwei weitere unbegleitete Minderjährige sind demnach bereits vorgemerkt. Für die Jugendlichen wurde eine eigene Wohngruppe eingerichtet, aktuell sind vier Fachkräfte für ihre Betreuung zuständig. Erklärtes Ziel des Josefheims ist es, neun Jugendliche in der heilpädagogischen Gruppe aufzunehmen. Dazu fehlen trotz mehrmaliger Ausschreibung jedoch noch zwei Mitarbeiter, so SLW-Pressesprecherin Kerstin Preißler.

Trotz des spürbaren Fachkräftemangels nimmt Robert Aichinger, der pädagogisch Verantwortliche für den Jugendhilfebereich im Josefsheim, die Wohngruppe in Betrieb. Zu groß sei der Bedarf seitens des Jugendamts Erding, als dass die vollständige Besetzung der erforderlichen sechs Fachkräftestellen abgewartet werden könne. Parallel zur laufenden Personalakquise startet die Arbeit unter Regie von Katalin Nehrig, die als Bereichsleiterin das neue Betreuungsangebot im Josefsheim aufbaut.

Geladene Gäste konnten sich bereits Anfang des Monats bei einem Informationsabend ein erstes Bild vom Ausbau des Jugendhilfeangebots im Josefsheim machen. Gemeinsam mit Therese Gruber-Stelzer und Regina Unverdorben aus dem Jugendamt Erding stellten SLW-Vertreter Johannes Erbertseder und Frank Einwanger die Entwicklungen der Jugendhilfe im Raum Erding vor und berichteten von ihrer Arbeit mit jungen Flüchtlingen. Wartenbergs Bürgermeister Manfred Ranft betonte den gesellschaftlichen Auftrag im Zusammenhang mit der Flüchtlingsdebatte und dankte dem Josefsheim für die Unterstützung.

Die SWL-Verantwortlichen wollen laut Presseerklärung den Jugendlichen das Gefühl vermitteln, willkommen zu sein und ihnen "Sicherheit und Erholung nach ihren Strapazen bieten". Von den Anwohnern kommt Nachbarschaftshilfe: Beim Infoabend wurde spontan die Einladung zum gemeinsamen Grillen ausgesprochen.

© SZ vom 29.10.2015 / sz
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