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Therme Erding:Unternehmerische Erfolgsgeschichte

Gewaltige Ausmaße hat die Therme mittlerweile angenommen, die Dimensionen sind aus der Luft am Besten ersichtlich. Vor 20 Jahren hätte so eine Prognose wohl niemand gewagt.

(Foto: Renate Schmidt)

Vor 20 Jahren wurde der erste Abschnitt eröffnet, nun ist die Therme der größte Besuchermagnet in Bayern. Investor Jörg Wund kündigt weiteren Ausbau an

Von Thomas Daller, Erding

Vor 20 Jahren hat die Familie Wund die Therme Erding eröffnet. 25 Millionen Euro hatten sie damals in den ersten Bauabschnitt investiert. Mittlerweile sind 225 Millionen Euro in die nunmehr größte Therme der Welt geflossen, und 25 Millionen Gäste haben sie seither besucht. Diese herausragende unternehmerische Erfolgsgeschichte hat Jörg Wund im Oktober gefeiert. Als die Therme vor 20 Jahren eröffnet wurde, bestand sie im Wesentlichen nur aus der zentralen Kuppel, einem kleinem Saunabereich, ein bisschen Gastronomie und den Umkleiden. Die Therme hatte von Anfang an einen einladenden Charme, die tropischen Pflanzen versetzen die Besucher in Urlaubsstimmung. Aber kaum jemand hätte die Prognose gewagt, dass sie sich innerhalb von 20 Jahren zur größten Therme der Welt entwickeln würde.

Nach zwei Jahrzehnten haben die meisten Bäder die besten Zeiten hinter sich. Die Therme Erding hingegen ist nach wie vor ein Leuchtturmprojekt in der Tourismusbranche. 1,8 Millionen Besucher haben sie im vergangenen Jahr besucht, damit ist die Therme der größte Besuchermagnet in Bayern, noch vor dem Schloss Neuschwanstein. Viele Events sorgen für Abwechslung, die Therme ist mittlerweile so groß geworden, dass man Tage bräuchte, um das gesamte Angebot zu erkunden. 1000 Arbeitsplätze sind im Laufe der Zeit in der Therme entstanden, bereits vier Mal habe der Freistaat das Familienunternehmen als "Bayerns best 50" ausgezeichnet. Lag die Investitionssumme zur Eröffnung bei 25 Millionen Euro, wurden daraus bis 2019 225 Millionen. Dazu kommen 32 Millionen Euro Revisionskosten, mit denen die Urlaubsparadiese instand gehalten wurden. Vor kurzem ist der Pool in der Vitaltherme für 300 000 Euro erneuert worden, sagte Pressesprecherin Petra Kuschel. "Wir bringen jedes Jahr alles auf den neuesten Stand." Der Strandbereich mit den Palmen sei komplett neu gemacht worden. Nun kommt ein neues Dampfbad hinzu und eine spektakuläre Rutsche im Außenbereich. Außerdem unterstütze der Geowärmezweckverband die Erweiterungen, indem er einen gewaltigen Thermalwasserspeicherbehälter errichte, der den gestiegen Bedarf der Therme decken soll.

Seit zehn Jahren verzeichnet der Landkreis jährlich mehr als eine Million Übernachtungen - und das verdankt man in erster Linie der Therme. Oberbürgermeister Max Gotz erinnerte bei der Jubiläumsfeier an das große unternehmerische Risiko, das Josef und Jörg Wund damals eingegangen seien, als sie eine Saunalandschaft bauten, die es bis dato nicht gegeben habe: "Das war eine mutige Entscheidung." Die Therme sei zudem ein herausragendes Umweltprojekt: Millionen Menschen müssten nicht mit dem Flugzeug zu ihrem Urlaubsziel reisen. Die geothermische Nutzung des 65 Grad warmen Heilwassers spart ebenso CO₂ wie die zu öffnenden Glaskuppeln, die an sonnigen Tagen Heiz- und an warmen Sommertagen Lüftungsenergie sparen. Außerdem sei die Therme in Verbindung mit dem Geothermieprojekt entstanden, das die Stadt Erding mit Wärme versorge.

Jörg Wund erinnerte daran, wie man vor 20 Jahren in nur eineinhalb Jahren den ersten Teil der Therme erbaut habe. 2007 habe man die Saunen groß erweitert und das Galaxy eröffnet. 2014 kamen das Wellenbad und das Hotel Victory mit 400 Betten dazu. Seit Beginn habe man die Gesamtfläche auf 185 000 Quadratmeter fast verdreifacht. "Ich kann Ihnen garantieren, dass wir weiter wachsen werden", kündigte Wund an. "Ideen haben wir viele." Er werde gemeinsam mit der Stadt Erding schauen, wo noch Flächen zur Verfügung stehen. Außerdem werde man in den nächsten drei bis sechs Jahren eine Teilsanierung des ersten Abschnitts vornehmen. "Ich baue nicht für mich", betonte Wund. Er komme vielmehr den Wünschen sehr vieler Gäste nach. "Wir haben das Potenzial, und wir sollten das Potenzial nutzen. Wir sollten den Standort in den nächsten zehn bis 20 Jahren ausbauen, um so groß zu werden, dass wir einmalig sind. Wir haben die Chance, weiter zu wachsen, unsere Kunden wünschen es sich, und wir sollten versuchen, diesem Wunsch nachzukommen."

© SZ vom 30.12.2019

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