Taufkirchen Künftig gilt Sobon

Gemeinderat beschließt Baulandmodell

Von Thomas Daller, Taufkirchen

Der Gemeinderat hat einem Modell zur sozialgerechten Bodennutzung zugestimmt. Dabei wird die Umwandlung von privatem Grund in Baugrund an soziale Wohnraumbindung gekoppelt. Dieses Modell wird jedoch erst ab einer bestimmten Größe des Bauprojekts wirksam. So will man Konflikte mit den Taufkirchener Bürgern vermeiden und in erster Linie Bauträger in die Pflicht nehmen, sich auch an der Entwicklung von günstigen Wohnraum zu beteiligen.

Einen Grundsatzbeschluss hatte der Gemeinderat bereits in der Sitzung vom 29. Januar dieses Jahres zur Erstellung eines Baulandmodells für die künftige Baulandpolitik im Gemeindegebiet gefasst. Grundsätzlich herrschte dabei mit den Inhalten des Baulandmodells Einverständnis. Lediglich einige Parameter sollten nochmals in einer eigenen Sitzung festgelegt werden. Diese Anregungen griff die Verwaltung auf und legte sie in der vergangenen Sitzung den Gemeinderäten erneut vor.

So soll der Prozentsatz für die Mindestankauffläche im potenziellen Plangebiet auf 30 Prozent festgelegt werden. Bei einer Baulandausweisung in geringem Umfang erfolgt kein vorheriger Ankauf von Grundstücken durch die Gemeinde Taufkirchen. Dies ist der Fall, wenn der künftige Planbereich eine Gesamtfläche von weniger als 1500 Quadratmetern umfasst. Als "geringer Umfang" ist außerdem ein Wohnbauvorhaben mit einer Geschoßfläche von weniger als 500 Quadratmetern definiert. Das dritte Kriterium betrifft die Anzahl der Wohneinheiten: Nur wer mehr als drei Wohneinheiten errichtet, fällt unter die Definition "nicht geringer Umfang". Außerdem ist man von der Sobon-Regelung ausgenommen, wenn man lediglich eine der drei Kategorien nicht erfüllt. Die Gemeinde wird bei der Neuausweisung von Baugebieten oder bei einer wesentlichen Baurechtserhöhung in Bebauungsplangebieten und im unbeplanten Innenbereich sowie in Außenbereichssatzungen in Zukunft nach den Vorgaben dieses Baulandmodells vorgehen.

In der Gemeinde Taufkirchen herrscht eine große Nachfrage nach Wohnraum. Durch diese städtebaulichen Planungen möchte die Gemeinde eine verträgliche und sozial ausgewogene weitere Siedlungsentwicklung steuern. Angesichts steigender Grundstücks- und Mietpreise sieht sie es als städtebauliche Aufgabe, auch ausreichend Wohnraum für untere und mittlere Einkommensschichten zu schaffen, um einen Wegzug der örtlichen Bevölkerung zu vermeiden.