Taufkirchen Farbenfrohe Zukunft

Feierliche Einweihung der neuen Mittelschule in Taufkirchen: Das Haus beeindruckt mit einer exzellenten Energiebilanz, modernster Technik und viel Farbe

Von Thomas Daller

Monotonie ade: Der farbige Neubau der Taufkirchener Mittelschule überzeugt Schüler und Lehrer. Die Fotos stammen von Bodo Gsedl.

(Foto: Bodo Gsedl)

Wenn es um Bildung geht, lassen sich die Taufkirchener nicht lumpen: Mehr als 12,4 Millionen Euro haben sie seit 2009 in den Um- und Neubau ihrer Schulen investiert. Und es geht noch mehr: Nach einer finanziellen Konsolidierungspause wollen sie voraussichtlich 2016 auch noch den A- und den B-Trakt des Schulzentrums sowie die Turnhalle neu bauen respektive umbauen: "Da stehen nochmal zwölf Millionen Euro an", sagte Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) bei einem Pressegespräch im Rathaus. Fürs Erste soll aber nun der Abschluss der Bauarbeiten im sogenannten C-Trakt der Mittelschule gefeiert werden. Die feierliche Einweihung findet am Mittwoch, 2. Oktober, statt; am 3. Oktober schließt sich ein Tag der offenen Tür in den neuen Räumen an.

Der Neubau nimmt den Platz des ehemaligen Schulgebäudes ein. Der gestreckte, dreigeschossige Baukörper bildet den nördlichen Abschluss des Taufkirchner Schulgeländes. Insgesamt bietet der Neubau Platz für zwölf helle und freundliche Klassenräume und zwei Gruppenräume. Alle Räume sind nach Süden ausgerichtet und mit modernster Medientechnik ausgestattet. Mit Aufzug, breiteren Türen und behindertengerechten Toilettenanlagen ist das Gebäude nicht nur barrierefrei erschlossen, sondern auch für die schulische Inklusion gerüstet.

Das Gebäude ist im Passivhausstandard gebaut worden. Das Energiekonzept sieht einen minimalen Verbrauch von Primärenergie vor. Die Mittelschule ist an das Fernwärmenetz der Gemeinde Taufkirchen angeschlossen und wird mit Energie aus regenerativen Energiequellen versorgt. Allein der Neubau der Mittelschule hat 4,464 Millionen Euro gekostet. Die Gemeinde zahlte 2,5 Millionen, 1,9 Millionen gab es für die Schule an staatlichen Zuschüssen. Die neu gestalteten Außenanlagen bieten den Schülern Sport-, Spiel- und Erholungsraum in den Pausen. Es "grünes Klassenzimmer" dient dem Unterricht im Freien.

Der Unterricht in der Mittelschule findet längst schon statt; mit den Einweihungsfeierlichkeiten wollte die Gemeinde jedoch warten, bis auch die Außenanlagen fertig sind. Rektor Josef Hofstetter war insbesondere von der Lüftung des Passivhauses überzeugt, bei der eine Anlage im Keller die Schüler mit Frischluft versorgt, wenn der CO2-Wert zu hoch wird. Mit der Wärme der Abluft kann die zugeführte Luft bei Bedarf vorgewärmt werden, so dass immer ein gutes Raumklima vorhanden ist.

Ihre "Feuertaufe" hat die Anlage im Juli dieses Jahres bestanden, als es wochenlang tagsüber mehr als 30 Grad hatte. "In der Schule war es sehr angenehm. Manche, die von draußen reinkamen, empfanden es fast schon als zu kühl", sagte Rektor Hofstetter. Mit den nach Süden ausgerichteten Klassenzimmern und der sehr guten Gebäudedämmung hat man auch schon im vergangenen Winter gute Erfahrungen gemacht. Bereits im Februar konnte man die Heizung abschalten, weil etwas Sonne als Wärmeeintrag in das Gebäude völlig ausreichte. Die Energiebilanz der Schule ist daher hervorragend: Im alten Gebäude wurden jährlich noch fast 500 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr verbraucht, im neuen sind es jetzt nur noch ungefähr 35 Kilowattstunden. Im alten Gebäude musste man dafür jährlich pro Quadratmeter knapp 110 Kilogramm CO2-Emissionen ansetzen, im neuen sind es bei weitem weniger, nämlich nur noch neun Kilogramm.

Auch mit den modernen Multimediatafeln, die in allen Klassenzimmern vorhanden sind, kommen die Lehrer gut klar. Vor allem, weil in den Räumen nur noch neue Whiteboards benutzt werden und nicht auch noch die alten Schiefertafeln zur Verfügung stehen. Die Kreide würde die Elektronik verschmutzen, so Hofstetter. Ansonsten sei die neue Tafeltechnik sehr robust: "Da fällt höchstens mal eine Lampe aus."