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Südeinschleifung Erding:Extreme Folgekosten

Der CSU-Stammtisch ist empört: Der Bund bevorzugt für Erding die Südeinschleifung für S-Bahn und Regionalverkehr - ungeachtet der Konsequenzen.

Der Bund favorisiert offenbar die Südeinschleifung der Walpertskirchener Spange. Die kostenintensivere Nordeinführung der Regionalbahn und S-Bahn über einen Kreuzungsbahnhof ist in der aktuellen Ausgabe des "Bedarfsplans der Bundeschienenwege" nicht mehr als Alternative aufgeführt.

Das beschäftige die politische Führung derzeit schon sehr, wie Burkhard Köppen beim CSU-Stammtisch am Sonntag sagte. Der Stadtrat zeichnete für den Fall einer Südeinschleifung ein düsteres Szenario an die Wand: "Der Verkehr innerhalb Erdings wird dramatisch zunehmen. Auf die Stadt kommen Kosten in einer Dimension zu, die sie nicht schultern kann."

Großes Rätselraten verursachte die offenbare Festlegung auf die Südeinschleifung im Rathaus. Die Entscheidung über die verschiedenen Varianten hätte erklärtermaßen in Zusammenarbeit mit der Stadt Erding gefällt werden sollen. "Jetzt soll die Anbindung ohne Angabe von Gründen über den Süden erfolgen, das lehnt die CSU kategorisch ab", sagte Köppen.

Da die Deutsche Bahn nicht zu einer Tunnellösung bereit sei, würden die Gleise quer durch die Stadt führen. "Stündlich fahren dann drei Zugpaare durch die Stadt, 18 Stunden am Tag. Zwar wurde Stein und Bein geschworen, dass kein Güterverkehr fahre, eine Garantie gibt es dafür aber nicht." Köppen betonte in diesem Zusammenhang, dass Erding zwar den S-Bahn-Ringschluss benötige, eine Regionalbahn jedoch nicht.

Diejenigen, die zum Wohle des alten Bahnhofes für die Südeinschleifung gewesen seien, müsse er enttäuschen. Der würde nämlich dann um 200 Meter in Richtung Altenerding versetzt. "Der Platz reicht für S- und Regionalbahn nicht aus. Statt der vorhandenen 300 Park & Ride-Plätze würden 700 benötigt." Die Lösung wäre ein Parkhaus.

Das bestehende Bahnhofsgebäude würde "plattgemacht", der relativ neue Busbahnhof müsse ebenfalls neu situiert werden. "Alles Kosten für die Stadt, die Bundesbahn übernimmt nichts an infrastrukturellen Maßnahmen", so Köppen. Der CSU-Stadtrat kritisierte überdies Winfried Busch, den Vorsitzenden der Bürgerinitiative Bahntunnel, scharf. "Die Tunnelinitiative war blöd genug, um auf diesen Zug aufzuspringen. Sie hätte aber gut daran getan, sich an die Haltung der Stadt anzulehnen. Über die Stellungnahme von Busch ärgere ich mich maßlos", so Köppen.

Busch hatte gesagt, dass die Ziele der Bürgerinitiative mit der Südeinschleifung besser zu verwirklichen seien: eine möglichst lange Untertunnelung Erdings und die Verhinderung einer Abtrennung Langengeislings. "Dabei hat er die Nachteile völlig außer Acht gelassen", monierte Köppen und kündigte Konsequenzen an: "Ich habe die Schnauze voll und werde aus der Initiative austreten."