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Starbahngegner:Gemeinsam noch stärker

Aufgemuckt-Sprecher Magerl will das Bündnis mit Klimaschützern vernetzen

"Extinction Rebellion", "Fridays for Future", "Allianz Klimanotstand" oder Ernst Hörmanns Mahnwache, das sind alles Initiativen, die es noch nicht so lange gibt und die ein Thema eint: der Kampf für mehr Klimaschutz. Sie stellten sich am Donnerstag den Mitgliedern von "Aufgemuckt" vor und bekamen von den Kämpfern gegen den Bau einer dritten Startbahn viel Beifall. Ziel müsse es sein, sich besser zu vernetzen, sich über Vorhaben und Termine abzusprechen, sagte Aufgemuckt-Sprecher Christian Magerl. Aber "wir dürfen unsere Leute nicht überfordern", mahnte er, und zu viele Demos und Aktionen gleichzeitig organisieren.

Genau dafür sei das "Solidarische Netzwerk Freising" gegründet worden, erwiderte Sofia Artmann von "Extinction Rebellion", hier liefen die Fäden zusammen. Sofia Artmann und Johannes Glahn hatten zuvor ihre "Rebellion gegen die Auslöschung der Lebensgrundlagen" erläutert. Weil Petitionen und Unterschriftensammlungen ignoriert würden, müsse man zivilen Ungehorsam leisten und gewaltfrei demonstrieren. Dazu gehörten Straßenblockaden ebenso wie Blockaden am Flughafen. Ziel müsse es sein, die Treibhausgase bis 2025 auf null zu reduzieren. Bestätigt in ihrem Tun wurden die jungen Rebellen von Hartmut Binner, lange Jahre Galionsfigur der Startbahngegner. Nur friedlich zu demonstrieren "bringt gar nichts", sagte er, "man muss auffallen".

Maximilian Trautner von "Fridays for Future" sprach auch für die "Allianz Klimanotstand", die von 17 Organisationen getragen werde. Er forderte von der Stadt Freising die Einrichtung eines Klimarats und die Ausrufung des Klimanotstands. Jede Entscheidung müsse hinsichtlich ihres CO₂-Ausstoßes überprüft werden. Die Anstellung einer Klimamanagerin allein reiche nicht. Manfred Drobny, Umweltreferent des Stadtrats, berichtete, dass genau diese Umweltmanagerin einen Antrag zum Klimaschutz vorbereite. Er wünsche sich, dass Freising eine Vorreiterrolle einnimmt.

Einmal im Monat, in der Regel am ersten Freitag, lädt Ernst Hörmann zur Mahnwache am Kriegerdenkmal, und "es werden immer mehr", freute er sich. Er forderte, weltweit die Erderwärmung nicht über 1,5 Grad steigen zu lassen. "Wenn wir dieses Ziel nicht einhalten, dann hat die Jugend keine Chance mehr, dann wird sie geschlachtet", rief er. Die nächste Mahnwache findet wegen des Feiertags am Samstag, 2. November, statt.

Noch bis Anfang nächsten Jahres sammeln Magerl und seine Mitstreiter Unterschriften für die "Petition Subventionen", im Dezember auch beim Tollwood-Festival in München. Dafür brauche er noch Unterstützer. Es sei wichtig zu zeigen, "dass wir noch da sind", so Magerl. Denn die dritte Startbahn sei noch nicht erledigt, sie sei durch das Moratorium der Staatsregierung lediglich aufgeschoben. Mit dem von der Flughafen GmbH verkündeten Wachstum sei es schon wieder vorbei, sagte er. Im August habe es ein Minus gegeben, bei der Fracht sogar um fünf Prozent. Er glaube nicht, dass beim Wachstum am Flughafen heuer noch eine Zwei vor dem Komma stehe. Für Magerl ein weiterer Beweis, dass es keinen Bedarf für eine dritte Startbahn gebe. Vor einem Jahr sei gefordert worden, Aufgemuckt müsse sich verjüngen, erinnerte der Landtagsabgeordnete Johannes Becher von den Grünen. Angesichts der vielen jungen Leute, die sich derzeit für den Klimaschutz engagieren, müsse er feststellen "wir sind auf einem guten Weg".