S2 Erding Unzufriedene Bürgermeister

Die Gemeindeoberen sind sauer: Nach dem verschobenen Umbau der S2-Strecke auf 2025, fordern sie eine Taktverkürzung als Sofortmaßnahme. Der Verkehrsausschuss möchte sich aber auf dringendere Projekte konzentrieren - und rät zu mehr Realismus.

Von Friedlind Lipsky

Die Bürgermeister der S-2-Anliegergemeinden im Münchner Osten wollen sich nicht mehr vertrösten lassen. Nachdem der viergleisige Ausbau der Bahnstrecke auf 2025 verschoben ist, fordern sie als Sofortmaßnahmen eine Taktverkürzung, den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe und den Einsatz von Langzügen. Bei einer Pressekonferenz am S-Bahnhof Heimstetten fielen ihre Forderungen auf breite Unterstützung bei Kommunal-, Landes- und Bundespolitikern. Nur wer zahlen soll, darüber gingen die Meinungen auseinander.

S-Bahn Strecke München: Wenn im Osten nichts vorangeht, wollen die Bürgermeister im Oktober wieder demonstrieren.

(Foto: Robert Haas)

Bereits zum dritten Mal machten die Bürgermeister von Aschheim, Feldkirchen, Kirchheim, Poing und Markt Schwaben auf die Probleme mit übervollen S-Bahnen sowie heruntergekommenen Bahnhöfen, deren Bahnsteige teilweise nur über Treppen zu erreichen sind, aufmerksam. Der Aschheimer Rathauschef Helmut Englmann (CSU) betonte, der Münchner Osten warte schon seit mehr als dreißig Jahren auf den viergleisigen Ausbau. Mit diesem "imaginären" Versprechen seien bisher alle Verbesserungswünsche abgewürgt worden. Mit einem eigenen Gutachten habe man nachgewiesen, dass der Zehn-Minuten-Takt auch bei zwei Gleisen möglich sei, und erwarte nun von der Bahn Informationen, welche technischen Einrichtungen dafür nötig seien. Die Münchner Landrätin Johanna Rumschöttel (SPD) ergänzte: "Der ÖPNV muss verbessert werden. Sonst erstickt die Region im Verkehr."

Der Bundestagsabgeordnete Toni Hofreiter (Grüne) machte als Vorsitzender des Verkehrsausschusses auf die begrenzten Fördermittel aufmerksam und empfahl, "die Zahlen realistisch zur Kenntnis zu nehmen" und sich dann auf die dringendsten Projekte zu konzentrieren. Frank Kutzner vom Bayerischen Wirtschaftsministerium betonte, der Zehn-Minuten-Takt sei mit der vorhandenen Infrastruktur nicht möglich. Erst mit der zweiten Stammstrecke eröffne sich eine Perspektive für einen 15-Minuten-Takt.

Die Landtagsabgeordnete Natascha Kohnen (SPD) bezeichnete die Antwort des Ministeriums als "Hinhaltetaktik". S-Bahn-Geschäftsführer Bernhard Weisser erklärte alles zu einer Frage der Finanzen, über die die Politik entscheide. Er versprach, die Wünsche mitzunehmen und lud zu einem Treffen im September ein. Wenn dort nichts weitergeht, wollen die Bürgermeister im Oktober in Poing wieder protestieren.