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S-Bahn-Ringschluss:Der nächste Schritt

S-Bahn bei Erding

(Foto: Peter Bauersachs)

Erste Entwürfe für den Ringschluss im Stadtgebiet Erding liegen zur Prüfung bei der Bahn. Untertunnelungen für die Bahnübergänge sind bislang nicht geplant, doch OB Gotz bleibt zuversichtlich

Von Antonia Steiger

Noch im ersten Quartal 2014 wird die Deutsche Bahn das Planfeststellungsverfahren für den S-Bahn-Ringschluss-Abschnitt zwischen dem Flughafen und der Stadt Erding beantragen. Die Unterlagen des bayerischen Verkehrsministeriums seien praktisch fertig. Einen ersten Entwurf gebe es auch für die Gleisführung im Stadtgebiet Erding, bestätigt das Ministerium auf Anfrage. Es ist davon auszugehen, dass die Bahnübergänge an der Haager Straße und an der Bahnhofstraße in diesem Entwurf nicht untertunnelt sind. "Die Bahn plant die für sie wirtschaftlichste Lösung", sagt OB Max Gotz (CSU). Das letzte Wort wird dies aber nicht sein: Gotz rechnet fest damit, dass Erding bei der Finanzierung von kreuzungsfreien Bahnübergängen nicht alleine gelassen wird, wie er sagt.

Wie wird mit Langengeisling verfahren?

Schon "in der Endredaktion" befinden sich die Unterlagen für den Abschnitt vom Flughafen bis Erding nach Auskunft des Ministeriums. Sie umfassen nach Gotz' Aussage auch den Abschnitt bis zum neuen Bahnhof und somit die Frage, wie mit dem Ortsteil Langengeisling verfahren wird. Die Langengeislinger fürchteten lange, dass sie von Erding abgeschnitten werden, weil auf Höhe der Alte-Römerstraße zunächst kein Tunnel geplant war. Dieser Entwurf liegt jedoch schon lange im Altpapier: Auf ihrem Weg vom neuen Bahnhof zum Flughafen wird die S-Bahn erst weiter nördlich ans Tageslicht zurückzulehren.

Dass im Erdinger Rathaus noch keine Unterlagen vorliegen, sei das normale Verfahren, sagt Gotz. Zunächst einmal sprächen sich die Fachbehörden ab. Ebenso wird es ihn auch nicht überraschen, wenn die Bahnübergänge im ersten Entwurf für das Stadtgebiet Erding nicht mit Unterführungen ertüchtigt sind. Doch das heißt noch nicht viel. Den Standpunkt Erdings kenne man im Innenministerium genau, sagt er: "Für mich ist es unstrittig, dass die Beseitigung der Höhengleichheit an den Bahnübergängen oberstes Prinzip ist." Die Kreuzungsfreiheit sei ein Schwerpunkt, ohne den es keine Vereinbarung über Kosten mit der Stadt Erding geben werde. Auch die Aussagen des Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der im Herbst 2011 versprochen hatte, dass es für Sonderbelastungen Sondermittel geben müsse, bestärken Gotz in der Haltung, dass Erding die Untertunnelungen nicht alleine zahlen müsse.

Vereinbarung erforderlich

Die Entwurfsplanung für den Stadtbereich Erding werde derzeit von allen Projektbeteiligten, insbesondere der Bahn intensiv geprüft, teilt das Innenministerium mit. Erkläre sich die Bahn damit einverstanden, werde die Genehmigungsplanung erstellt. Die Planfeststellungsunterlagen für das Stadtgebiet sollen bis Ende 2014 vorliegen. Dann könne die Bahn den Start ins Planfeststellungsverfahrens beim Eisenbahn-Bundesamt beantragen.

Einen Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens muss die Deutsche Bahn als so genannter "Vorhabensträger" stellen. Normalerweise plant die Bahn auch selbst, für den Ringschluss hat diese Arbeit der Freistaat Bayern den überlasteten Bahnmitarbeitern abgenommen. Nun ist eine Vereinbarung zwischen Bahn und Bayern erforderlich. Sie soll "die Übernahme der Unterlagen und die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens" regeln. Vereinbart wird darüber hinaus, dass der Freistaat das Planfeststellungsverfahren finanziell fördert. Dies sei "eine übliche Vorgehensweise", teilt das Ministerium mit. Ist die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens beim Eisenbahn-Bundesamt beantragt, beginne dort eine Vollständigkeitsprüfung. Das hört sich sehr zeitraubend an. Doch Gotz bleibt bei seiner oft geäußerten Meinung: "Wir sind tatsächlich sehr weit vorangeschritten." Der Ringschluss habe eine enorme Bedeutung, auch bei dem Flughafen München-Geschäftsführer Michael Kerkloh.

© SZ vom 04.03.2014
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