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S-Bahn Erding:Abschreckende Wirkung

Bahnhof

Bahnhof Erding: Verschwinden die Gleise im Untergrund?

(Foto: Florian Peljak)

Die Stadt Erding will sich für die Zukunft wappnen: Sie legt gleich zwei Pläne für die Gestaltung des jetzigen Bahnhofs vor. Man hofft, dass die Immobilienvermarkter der Deutschen Bahn das Potenzial von unterirdischen Gleisen erkennen.

Mit einer attraktiven Planung für das Gelände des jetzigen Erdinger Bahnhofs will das Erdinger Rathaus die Bauherren des Ringschlusses dazu bewegen, die Gleise an dieser Stelle tiefer zu legen: Nur wenn die Gleise unter der Erde verschwinden, lässt sich dort ein im Grünen eingebettetes Viertel kreieren, so lautet der Grundgedanke. Und nur so kann die Deutsche Bahn als Eigentümerin hohe Verkaufspreise erzielen. Diese Erlöse sollen in die Finanzierung der tiefergelegten Gleise fließen. Der Planungs- und Umweltausschuss hat sich am Donnerstag über dieses Vorgehen verständigt und eine vorläufige Planung des Rathauses für gut befunden.

Irritationen löste aus, dass auch auf Anraten des Rechtsanwalts Nikolaus Birkl eine Alternativplanung vorgelegt wurde. Nach Auffassung von Bürgermeister Max Gotz (CSU) ist sie eine Argumentationshilfe, um die unterirdische Gleisführung durchzusetzen. Stadtrat Hans Egger (Erding jetzt) sah in der Alternativplanung mit oberirdischen Gleisen anfangs eher ein Angebot an die Deutsche Bahn, das diese dazu verleiten könnte, es auch anzunehmen.

"Erding muss darauf bestehen, dass die Gleise tiefer gelegt werden", sagte Egger. "Etwas anderes kommt gar nicht in Frage." Der CSU-Sprecher Jakob Mittermeier wusch Egger jedoch sanft den Kopf: Diese "markigen Worten" seien nicht angebracht, "weil wir nicht entscheiden", sagte er. Maßnahmeträger sei die Deutsche Bahn, sie müsse dazu bewogen werden, die für Erding bessere Version anzunehmen. Ihr müsse verdeutlicht werden, dass mit unterirdischen Gleisen mehr Geld in ihre Kasse fließe. "Die Alternative brauchen wir, um argumentieren zu können." Herrmann Schießl (CSU) verdeutlichte dies: "Unser Weg muss der profitablere sein."

Die in dem Bebauungsplan 212 dokumentierte Planung sieht vor, dass die S-Bahn auf Höhe der Haager Straße bereits im Untergrund verschwunden ist. Von dort bis zur ebenfalls zu unterquerenden Dorfener Straße zieht sich ein Grünzug hin, der bereits in der - vergeblichen - Bewerbung um die Landesgartenschau festgehalten war. Rechts und links der jetzigen Gleise sind Wohnhäuser mit bis zu vier Stockwerken gruppiert, deren Ausführung auf die angrenzende Bebauung reagiert. Der Grünzug soll im Norden übergehen in den Grünzug zum neuen Bahnhof und weiter zum Kronthaler Weiher.