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Oberding:Physikstunde im Gemeinderat

Experte der Flugsicherung spricht über beantragte Antennenmasten

Eine kleine Einführung in die Welt der Physik hat der Gemeinderat Oberding in der jüngsten Sitzung erhalten. Die Flughafen München GmbH (FMG) will auf Oberdinger Flur zwei weitere, 39 Meter hohe Antennenmasten bauen. Geplant sind die Masten auf dem Gelände des Flughafen Überwachungsradars (ASR) Süd der Deutschen Flugsicherung. Dort befinden sich bereits ein Radarturm und ein Antennenmast. Im Mai war der Antrag im Gemeinderat erst einmal zurückgestellt worden. Die Verwaltung sollte nachfragen, wie sich die neuen Antennen auf Mensch und Tier auswirken. Heiko Müller, Teamleiter "Navigationsanlagen" bei der Deutschen Flugsicherung, gab den Gemeinderäten nun Auskunft und betonte, dass alle gesetzlichen Grenzwerte eingehalten würden. Dann erläuterte er die Notwendigkeit der zusätzlichen Masten in einem 20-minütigen, äußerst detaillierten Vortrag über die Funktion von Frequenzen, Spannungen und Antennenleistungen. Zudem informierte er die Räte, dass sich der Standort München um den Funkverkehr für das Gebiet bis unterhalb Berlin und bis zur Grenze von Baden-Württemberg sowie einen Teil Österreichs kümmert. Die Oberdinger wissen jetzt auch, dass ein "klassischer Funkspruch" neun Sekunden dauert und bei circa 3000 Flügen am Tag ("vor Corona", so Müller) insgesamt 8,35 Stunden reine Sprechzeit für den kompletten Funkraum zusammenkommen. Der Gemeinderat befürwortete den Antrag bei einer Gegenstimme.

© SZ vom 09.10.2020 / regi
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