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Museum Erding:"Wir könnten auch gar keinen Eintritt verlangen..."

"...aber ein bisschen muss es euch was wert sein": Dennoch sind seit der Neueröffnung des Erdinger Museums 2600 Besucher gekommen.

Der goldglänzende Neubau des Erdinger Museums ist vor knapp einem halben Jahr eröffnet worden. Mehr als 2600 Besucher kamen seitdem, um sich die Ausstellung zum ehemals in Erding bedeutenden Loderer- und Glockgießerhandwerk anzusehen. Sie alle zahlten Eintritt, auch wenn die Eintrittspreise bislang noch gar nicht offiziell festgelegt waren. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss hat diesem Zustand ein Ende gesetzt und eine "Benutzungs- und Gebührensatzung" erlassen, die am 1. Januar 2011 in Kraft tritt und alles amtlich regelt. Die beste Nachricht dabei: Bis der Altbau umgebaut, wieder mit Exponaten bestückt ist und eröffnet wird - was noch bis ins Jahr 2012 dauert - zahlen alle weiterhin nur die Hälfte.

Bis der Altbau des Heimatmuseums umgebaut ist, kostet der Eintritt im goldglänzenden Neubau nur die Hälfte.

(Foto: Peter Bauersachs)

"Wir könnten auch gar keinen Eintritt verlangen", befand Georg Mittermeier (CSU), "aber man darf dem Bürger schon sagen, bitte schön, ein bisschen muss es euch was wert sein." Freien Einlass gibt es allerdings für Kinder unter sechs Jahren und - das ist neu - für Klassen der städtischen Grund- und Hauptschulen. Schulklassen aus allen anderen Schulen müssen zahlen: Amtlich festgelegt sind ein Euro pro Schüler, was zunächst jedoch nur 50 Cent bedeutet. Lehrer und Erzieher werden von der Eintrittsgebühr freigestellt. Eine Führung durch einen Museumsmitarbeiter kostet 20 Euro pauschal, sowohl für Klassen als auch für andere Gruppen. Bei den öffentlichen Führungen, die etwa einmal im Monat stattfinden sollen, wird pro Person hingegen ein individueller Zuschlag zum Eintritt von zwei Euro verlangt.

Die Gebührensatzung sieht als Grundtarif für Erwachsene drei Euro vor, ermäßigt kostet eine Karte zwei Euro. Wehrdienst- und Zivildienstleistende sind im Personenkreis der sonst üblichen Ermäßigungsberechtigten nicht aufgeführt, da Bürgermeister Gotz (CSU) befand, Wehr- und Ersatzdienst seien ja schon so gut wie abgeschafft. Familienkarten gibt es in zwei Ausführungen: Ein Erwachsener plus eine unbegrenzte Anzahl eigener Kinder zahlt vier Euro. Eine Familie mit zwei Erwachsenen muss sieben Euro zahlen. Roswitha Bendl (ÖDP) wollte die zweite Familienkarte auf sechs Euro reduziert wissen, der Rest des Ausschusses war jedoch gegen diese Großzügigkeit. Der Preis für Jahreskarten wurde auf zwölf und ermäßigt acht Euro festgesetzt. Wohlgemerkt sind dies alles nur die Preise für später, bis zur "Eröffnung der Gesamteinrichtung", so steht es in er Satzung, ist alles halb so billig.

Bis dahin wird es aber noch lange dauern. Nach Auskunft von Doris Bauer vom Museum Erding ist für den Spätherbst 2011 die Eröffnung der Abteilung Vor- und Frühgeschichte, mit archäologischen Exponaten von der Steinzeit bis zur Zeit der Bajuwaren geplant. Die Renovierungsarbeiten im Altbau haben aber noch nicht einmal begonnen.Die weiteren Abteilungen Stadtgeschichte, Kirchenkunst, Alltag in Erding sowie Handwerk, Gewerbe und Wirtschaft werden erst 2012 im Altbau eingerichtet.

Die Nutzung des Museums für Veranstaltungen aller Art ist hingegen schon angelaufen. So hat bereits ein Traditionsunternehmen aus Erding ein Firmenjubiläum im Museum gefeiert. Auch das katholische Bildungswerk war schon da und der Archäologische Verein will regelmäßig Vorträge im Museum veranstalten. Die angekündigten museumspädagogischen Angebote werden noch entwickelt. "Wir haben da viele Ideen", sagte Bauer, aber noch keine Termine. Angedacht sind Aktivitäten, bei denen Kinder zum Beispiel selbst einen Federkiel schnitzen oder einen Feuerstein bearbeiten können. Auch Nachmittage mit einer Geschichtenerzählerin oder Suchspiele im Museum seien in Vorbereitung.