Moosinning:Böse Überraschung

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Moosinning: Bei der Gfällachbrücke in Eichenried, Jahrgang 1957, wurde Asbest verbaut. Das stellte sich jetzt bei den Abbrucharbeiten heraus.

Bei der Gfällachbrücke in Eichenried, Jahrgang 1957, wurde Asbest verbaut. Das stellte sich jetzt bei den Abbrucharbeiten heraus.

(Foto: Renate Schmidt)

Bei den Abbrucharbeiten an der Gfällachbrücke in Eichenried wird Asbest entdeckt

Von Regina Bluhme, Moosinning

Jahrelang hat die Gemeinde Moosinning auf die Sanierung der Ortsdurchfahrt von Eichenried gewartet. Am 15. März fiel endlich der Startschuss für die Kompletterneuerung der B 388 inklusive Abriss der altersschwachen Brücke über die Gfällach. Vor kurzem gab es allerdings eine böse Überraschung: Bei den Abbrucharbeiten kam Asbest zum Vorschein. Das Staatliche Straßenbauamt Freising, das zusammen mit der Gemeinde das Projekt stemmt, geht aktuell aber davon aus, dass der Fund die Bauzeit nicht verzögert und die B 388 wie geplant Ende Oktober freigegeben werden kann.

Das inzwischen verbotene Asbest war bis in die 1980er Jahre ein beliebter Baustoff und wurde als Dämmstoff, Trennmittel oder auch zu Brandschutzzwecken eingesetzt. "Dass nun auch an der Gfällachbrücke Asbest gefunden wurde, war dennoch nicht erwartbar", erklärt Thomas Jakob von der Pressestelle des Staatlichen Bauamts Freising auf Nachfrage der SZ. Die entsprechenden Bau- und Ausführungspläne gäben jedenfalls keinen Hinweis darauf.

Wie in solchen Fällen üblich, schreibt Thomas Jakob, wurde Kontakt mit dem Gewerbeaufsichtsamt aufgenommen, in diesem Fall dem Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Oberbayern. Das Ingenieurbüro, das Bauunternehmen und das Staatliche Bauamt Freising stünden nach dem Fund des krebserregenden Baustoffs im engen Kontakt mit dem Gewerbeaufsichtsamt, um das asbesthaltige Material zeitnah zu entsorgen. "Derzeit lagert das Material abgedeckt und geschützt abseits der Arbeitsstelle am Baufeld", so Jakob. Eine Gefahr für die Arbeiter oder Bewohner besteht laut dem Staatlichen Bauamt nicht. Das kontaminierte Material werde "in nächster Zeit von spezialisiertem Fachpersonal fachgerecht entsorgt".

Zum jetzigen Zeitpunkt spricht laut Staatlichem Bauamt nichts gegen eine Verkehrsfreigabe der Ortsdurchfahrt zum bisher geplanten Termin Ende Oktober. Die Brücke selbst werde voraussichtlich Ende Juli, Anfang August fertiggestellt sein. Da die Sanierung der Ortsdurchfahrt Eichenried ohnehin bis in den Herbst hinein dauert und die Asphaltdeckschicht in einem Zug sowohl in der Ortsdurchfahrt als auch auf der Gfällachbrücke eingebracht wird, "hätte eine kleine Verzögerung beim Brückenbau keine Auswirkungen", so Thomas Jakob.

Seit vielen Jahren ist die B 388, die mitten durch Eichenried führt, Thema. Die viel befahrene Bundesstraße gleicht einem ramponierten Flickerlteppich, und die Brücke über die Gfällach, Baujahr 1957, ist so marode, dass sich laut Straßenbauamt eine Sanierung nicht mehr lohnte. Moosinnings Bürgermeister Georg Nagler (SPD) kennt die Probleme. Bis zu 10 000 Fahrzeugen rollten am Tag durch "den Flaschenhals" Eichenried. Das große Ziel, im Zuge der Komplettsanierung einen beidseitigen Geh- und Radweg zu bauen, habe sich nicht verwirklichen lassen, bedauert Nagler. Leider sei die eine oder andere Grundstücksverhandlung gescheitert. So gesehen, sei nun die "zweitbeste Lösung" herausgekommen, sagt der Bürgermeister. Gleichwohl sei er sehr froh, dass es mit der Sanierung der B 388 jetzt endlich vorangehe. Und immerhin wird es auf der nördlichen Seite der B 388 vom Vierergraben bis zur Einmündung Finkenstraße einen kombinierten Geh- und Radweg geben.

Seit Jahren wird in Moosinning auch über eine Ortsumfahrung diskutiert. Das Projekt stehe seit 2015 im erweiterten Verkehrswegeplan, so Georg Nagler. Aktuell sei die EU-Ausschreibung für ein Planungsbüro in Vorbereitung. Aber bis in diese Maßnahme Bewegung kommt, "das wird sich sicher noch über Jahre ziehen", weiß der Moosinninger Bürgermeister.

Geduld brauchen jetzt die Autofahrer und Anwohner während der Bauzeit. Bis Ende Oktober führt die überörtliche Umleitung von Ismaning kommend ab der B 388/B 301 weiter auf der B 301 Richtung Hallbergmoos bis zur Staatsstraße 2053/FS 12, von dort weiter auf der FS 12/ED 7 über Goldach, Notzingermoos nach Notzing und weiter auf der ED 5 nach Moosinning zurück zur B 388. Die Umleitung in die Gegenrichtung führt über die gleiche Strecke.

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