Mitten in Wartenberg Frustrieren statt informieren

Man kennt den Spruch: Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Aber das lässt sich noch toppen

Kolumne von Gerhard Wilhelm

Heutzutage ist das Internet aus unserem Leben gar nicht mehr weg zu denken. Vor für allem jüngere Generationen ist es die Informationsquelle Nummer Eins. Das Internet gilt vor allem bei der Schnelligkeit von Informationsweitergaben als unschlagbar. Das Internet kann auch dazu beitragen, dass mehr Transparenz auf kommunaler Ebene entsteht. Nirgendwo sonst, kommt der Bürger politischen Entscheidungen, die sein Leben beeinflussen, näher. Mitteilungsblätter oder sogar Schaukästen mit Aushängen sind mittlerweile total out, vor allem bei der Jugend.

Eine gut geführte Webseite kann vieles leisten, nicht nur Fakten in Form von Zahlen über die Gemeinde und Formulare der Verwaltung liefern: einen Überblick über Entscheidungen geben, was die Gemeinderäte beschlossen haben, über Ereignisse, wie zum Beispiel Kindergarten- oder Schulfest berichten und, oft am wichtigsten, einen Terminkalender führen, der aktuell ist und zeigt, wo was und wann in der Gemeinde stattfindet. So eine Seite wird gerne öfters aufgerufen.

Es geht aber auch anders. Man kann den Webseitenbesucher regelrecht zur Verzweiflung bringen, weil die Seite alles andere ist, und man frustriert sie wegklickt und nie wieder öffnet. Wie die Webseite der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Wartenberg. Ruft man sie auf, wird man zur Sitzung der VG am 27. Mai eingeladen. Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" endete auch schon am 13. Februar. Klickt man auf die Rubrik "Gemeinderat" unter "Niederschriften vorangegangener Sitzung" erfährt man immerhin, dass die Einsicht "allen Gemeindebürgern frei" stehe. Aber wo nichts ist, kann man auch nichts einsehen. Während in der Nachbargemeinde Fraunberg alle Beschlüsse im Internet stehen, erfolgt dies in Wartenberg "aus Gründen des Daten- und Urheberrechtsschutzes" nicht. Die genehmigten Sitzungsniederschriften könnten aber zu den Öffnungszeiten im Rathaus eingesehen werden. Super.

Aber vielleicht kann man zumindest mit dem Terminkalender etwas anfangen? Für viele Bürger, vor allem Neubürger, eine wichtige Quelle, um am Leben in der Gemeinde aktiv teilnehmen zu können. Zum Beispiel an der Sonnwendfeier des Vereins Henaheisl am 22. Juni. Wo? Erfährt man nicht, die Sanduhr läuft beim darauf klicken. Übrigens war jetzt Volksfest in Wartenberg. Nur nicht auf der Webseite. Empfehlung: lieber Seite löschen statt Bürger frustrieren.