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Leben mit dem Durchgangsverkehr:Mehr Ampeln, mehr Grün

An der Kreuzung der Rosenau- und Gartenstraße mit der B 15 wird eine Ampelanlage installiert. Nicht in erster Linie wegen des hohen Verkehrsaufkommens, sondern weil dort ein Unfallschwerpunkt ist.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Bundesstraße B 15 in Dorfen wird umgestaltet. Fußgänger und Radfahrer werden sie leichter und sicherer überqueren können. Zudem wird zumindest in einem Abschnitt Platz für Straßenbäume geschaffen

Zum wiederholten Mal hat sich der Stadtrat mit einer Umgestaltung der Bundesstraße B 15 durch Dorfen beschäftigt und nunmehr klare Beschlüsse gefasst. In einem zentralen Punkt war den Dorfenern die Entscheidung jedoch bereits abgenommen worden. Das Straßenbauamt hatte vorab verbindlich festgelegt, dass die Kreuzung der Garten- und Rosenaustraße mit der B 15 mit einer Ampelanlage ausgestattet werden muss. Nicht so sehr wegen des hohen Verkehrsaufkommens, sondern weil die Kreuzung ein Unfallschwerpunkt ist. In drei Jahren haben sich dort zehn Unfälle ereignet. Darüber hinaus wurde eine dringend notwendige Fußgängerampel auf Höhe des Discounter Lidl beschlossen, die aber nur auf Knopfdruck reagierten wird.

Nach intensiver Diskussion beschloss der Stadtrat auch, nicht auf die Empfehlung von Verkehrsplaner Ulrich Glöckl zu hören und auf eine lang gezogene Mittelinsel in der B 15 auf Höhe des Herzoggrabens zu verzichten. Im Abschnitt von der Gartenstraße bis zur Straße Etzkapelle wird die parallele Fahrbahn verschwinden und macht Platz für Fußgänger, Radfahrer und Straßenbäume.

Der starke Verkehr auf der Bundesstraße B 15 mitten durch Dorfen ist seit Jahren ein Thema in der Stadt. Zu den Hauptverkehrszeiten werden die Autofahrer regelmäßig von Staus genervt oder müssen sich beim Versuch, aus einer Seitenstraße links in die B 15 abzubiegen, auf längliche Geduldsproben stellen lassen. Wer mit Kindern zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, braucht bislang an vielen Stellen starke Nerven beim Überqueren der B 15. Vor neun Jahren hatte die Stadt schon einmal beschlossen, dass es so nicht weiter gehen kann. Nach einem Ideenwettbewerb für eine erträglichere B 15 im Stadtbereich passierte aber gar nichts. Stattdessen flammte zwischenzeitlich die Diskussion um eine Ortsumfahrung auf. Wobei sich ziemlich schnell herausstellte, dass eine Umgehungsstraße ein aus vielen Gründen uneinlösbares Heilsversprechen wäre. Und auch wenn jetzt eine Verbesserung an der B 15 angepackt wird, wurden wieder Forderungen nach einer Ortsumgehung artikuliert.

Wenn das Straßenbauamt es nicht schon vorher entschieden hätte, hätte der Stadtrat selbst womöglich keine Ampelanlage an der Kreuzung Garten- und Rosenaustraße mit der B 15 beschlossen. Verkehrsexperte Glöckl machte es dem Gremium jedoch leicht, weil er nachweisen konnte, dass es keine Abbiegespuren brauche und die Straße deshalb kaum näher an die Häuser der Anwohner heranrücke. Schallschutzgutachter Franz Maget legte zudem dar, dass die Lärmbelastung - anfahrende Autos sind lästiger als durchfahrende - sich durch lärmmindernden Asphalt einigermaßen kompensieren lasse.

Dennoch: Die aktuellen B 15-Diskussion im Stadtrat machte einmal mehr klar, dass die Meinungen beim Verkehr weit auseinander gehen und es keinen Konsens gibt. Während die einen dafür plädierten, mit optischen und gestalterischen Mitteln, wie Verkehrsinseln in der Straßenmitte und Bäumen am Straßenrand, befürchteten andere, der Verkehrsfluss könnte dadurch ins Stocken geraten. Als Argument gegen vermeintlich eingeengte Fahrbahnen, die Autofahrern das Leben schwer machen könnten, wurde sogar angeführt, dass womöglich die Feuerwehr bei einem Notfalleinsatz nicht mehr durchkommen würde - obwohl Verkehrsexperte Glöckl mehrmals versicherte, dass es kein derartiges Problem gebe. Die einen lobten den roten Multifunktionsstreifen in der Mitte der B 15 und bewerteten ihn als super gut. Die anderen sehen hingegen, dass dadurch die Straße breiter als notwendig ist, während links und rechts nur schmale Geh- und Radwege vorhanden sind.

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