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Landkreis Erding:Coronavirus breitet sich aus

Landratsamt ergreift weitere Schutzmaßnahmen

Die Zahl der Covid-19-Fälle im Landkreis Erding ist von Freitag auf Sonntag von 70 auf 109 Fälle angestiegen, wie das Landratsamt mitteilt. Bei den neu hinzu gekommenen Fällen handele es sich um Personen aus verschiedenen Gemeinden im Landkreis. Vier dieser Fälle seien nicht Bürger des Landkreises Erding, werden aber gezählt, da sie aktuell im Klinikum Erding stationär aufgenommen sind. Sie sind vom Flughafen München in die Klink gebracht worden. Insgesamt liegen derzeit zwölf Covid-19-Patienten im Klinikum Erding, zehn werden auf der Isolierstation behandelt, zwei auf der Intensiv-Isolierstation, davon einer beatmet. Der Schwerpunkt der neuen Infektionen ist in der Stadt Erding mit 14 der 39 neuen Fälle, wie die Pressesprecherin des Landratsamtes, Daniela Fritzen, mitteilt.

In der Zwischenzeit habe die Führungsgruppe Katastrophenschutz wesentliche Maßnahmen zur weiteren Stabilisierung der Versorgungssicherheit getroffen, wie das Landratsamt weiter mitteilt. So habe nach Anweisung von Landrat Martin Bayerstorfer, dem Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz, die Situation für die Klinik Wartenberg im Hinblick auf die Materialbestände erheblich verbessert werden können. Das Landratsamt habe zum einen unbürokratische Hilfestellung bei der Antragstellung von einzelnen Mitarbeiter für die Gewährung von Lohnfortzahlungen durch Quarantäne geleistet, zum anderen sei der Klinik die Bereitstellung von dringend benötigten Materialien, wie zum Beispiel Desinfektionsmittel, so bald als möglich zugesichert worden, damit die Handlungsfähigkeit des Hauses auch weiterhin sichergestellt sei. Die Klinik Wartenberg ist die größte Einrichtung für stationäre geriatrische Rehabilitation in Bayern.

Die Screeningstelle in Dorfen wurde aufgrund des am Wochenende geringen Aufkommens für Samstag und Sonntag geschlossen, nachdem am Samstag die Drive-By-Stelle an der FOS/BOS-Erding erfolgreich ihren Betrieb aufgenommen habe. Am Samstag wurden zudem unter Anleitung von Apotheker Armin Braun im Feuerwehr-Servicezentrum insgesamt 1800 Liter Flächendesinfektionsmittel hergestellt. Die Materialien wurden laut Fritzen dankenswerterweise von der Firma Conrad Group Geretsried zur Verfügung gestellt. Zudem wird aktuell die Beschaffung von wichtigen Verbrauchsgütern wie Schutzmaterial unter anderem zentralisiert, und auch die Planungen zur Etablierung eines Behelfskrankenhauses auf dem Fliegerhorst schreiten weiter voran.

Leider seien laut der Pressesprecherin auch viele Gerüchte in Zusammenhang mit dem Coronavirus im Umlauf, die die Bevölkerung verunsichern, aber jeder Grundlage entbehren. Dazu gehört, dass angeblich 20 000 Flüchtlinge im Camp Shelterschleife auf dem Fliegerhorst untergebracht werden sollen - dies stimmt definitiv nicht, teilt Daniela Fritzen mit. Auch würden keine Passagierscheine gebraucht, um sich auf den Straßen zu bewegen. Die Einschränkungen im alltäglichen Leben begrüßt Bayerstorfer: "Die Gesundheit der Bevölkerung genießt oberste Priorität. Dazu müssen wir alle Einschnitte hinnehmen. Leider gibt es neben denjenigen, die sich an die Regeln halten auch sehr unvernünftige Menschen."

© SZ vom 23.03.2020 / wil
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