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Kabarett in Isen:Kritik am Kapitalismus

Claus von Wagner kommt nach Isen

Alle vier Wochen, wenn der Kabarettist Claus von Wagner in der ZDF-Sendung "Die Anstalt" auftritt, weiß man als Zuschauer nicht so genau, ob man lachen, weinen oder vor Wut schreien soll - wenn Wagner in bester Kabarettistenmanier über die Zustände in Deutschland und der Welt berichtet.

Doch das macht er nicht nur im Fernsehen. Er steht auch auf der Bühne, mit seinem Programm "Theorie der feinen Menschen",so etwas wie einem Ein-Mann-Theaterstück, kommt der Dieter-Hildebrandt-Preisträger in zwei Wochen in den Klementsaal nach Isen. In seinem Programm übt er feine und verstörende Kritik am Kapitalismus, wie es in einer Ankündigung heißt. Wagner wird zu Klaus Neumann, Sohn des fiktiven Wirtschaftsprüfers Dieter Neumann. Weil er eine Rede über seinen verstorbenen Vater halten soll, will er sich in einem Tresorraum der Deutschen Bank durch ein paar Unterlagen arbeiten. Doch nachdem hinter ihm die Tür ins Schloss gefallen ist, schiebt der Unglückselige die Aufgabe zunächst einmal auf. Gelegenheiten, sich abzulenken, gibt es genug. Die Wut des Kabarettisten entzündet sich am Kapitalismus, der als Dr. Gumpe, Komplize seines Vaters und Schurke des Stücks, Gestalt annimmt. Ein halbes Jahr lang habe er sich 2011 durch Volkswirtschaftslehre-Bücher gelesen, schreibt von Wagner auf seiner Internetseite - nur um am Ende zu verstehen, "dass es nichts zu verstehen gibt". Aber vielleicht versteht der Besucher nach dem Auftritt in Isen ein bisschen mehr. Der beginnt am Freitag, 13. Januar, um 20 Uhr im Klementsaal. Karten gibt es an der Abendkasse, die Aufführung ist zudem Teil des Brotzeit und Spiele-Abos.

© SZ vom 28.12.2016 / SZ
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